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Polypropylen-Pool Installation, Vom Aushub bis zur Inbetriebnahme
Die Installation eines Polypropylen-Pools (PP-Pool) ist ein klar gegliederter Bauablauf in sieben Phasen. Bei einem PP-Fertigbecken ist der Kraneinbau an einem Werktag abgeschlossen, die bauseitige Vorbereitung (Aushub, Drainage, Bodenplatte) und die Hinterfüllung im Gegendruckprinzip bilden den eigentlichen Bauumfang.
Diese Seite zeigt jeden Schritt mit den Maßen, Werten und kritischen Planungshinweisen aus dem FKB Architekten-Planungsleitfaden BS-04 und der Original-Montageanleitung FKB Elite.
Videos: Polypropylen-Pool Installation in Aktion
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Die drei Hauptphasen der PP-Pool-Installation
Phase 1, Rohbau
Aushub mit Übermaß, Drainage als Pflichtkomponente, Bodenplatte mit ±5 mm Ebenheit (Skimmerbecken) bzw. ±2 mm (Überlaufbecken). Verantwortung: Rohbauunternehmen mit Bewehrungsabnahme und Ebenheitsprotokoll.
Phase 2, Einbringung
Anlieferung mit LKW oder Sondertransport, Kraneinbau mit 20–100 t Mobilkran je nach Beckengröße. Einsetzen, Nivellieren, Ausrichten, typisch 1 Werktag für ein FKB Elite Fertigbecken.
Phase 3, Hinterfüllung
Schichtweise Hinterfüllung mit Magerbeton C8/10 oder C12/15, parallel zur Beckenbefüllung im Gegendruckprinzip. Wassergegendruck stabilisiert die PP-Wanne, kritisch für die Beckenform.
Sieben-Schritte-Anleitung Polypropylen-Pool Installation
Die Rohbaugrube muss größer als das Beckenaußenmaß ausgeführt werden. Beim Skimmerbecken ist umlaufend mindestens 40–50 cm Übermaß erforderlich, beim Überlaufbecken 50–60 cm. Die Tiefe der Baugrube liegt 30 cm unter der späteren Bodenplattenunterkante.
Berechnungsbeispiel (Fertigbecken 8,0 × 3,0 m Skimmer): Becken-Innenmaß 8,00 × 3,00 m + 2× 1,5 cm PP-Wand + 2× 30 cm Hinterfüllung = Bodenplatte ≈ 8,60 × 3,60 m.
Bei bekanntem Grundwasser, Hanglage oder Lehmuntergrund ist ein Bodengutachten nach DIN EN 1997 obligatorisch. Sichern Sie Aushubwände bei Tiefen über 1,25 m gemäß Unfallverhütungsvorschriften.
PP hat eine Dichte von 0,91 g/cm³, leichter als Wasser. Erreicht der Grundwasserstand die Bodenplattenunterkante bei leerem Becken, schwimmt das Becken auf. Ein funktionsfähiges Drainagesystem ist deshalb keine Option, sondern Pflicht.
- Pumpensumpf: Rohr DN 300 senkrecht zur Bodenplatte, Unterkante 500 mm unter Bodenplattenunterkante, Tauchmotorpumpe mit Schwimmerschalter
- Stromanschluss Drainage-Pumpe: direkt vom Hausanschluss, nicht vom Technikschacht (Pumpe muss laufen, auch wenn Pool-Technik aus ist)
- Umfangsdrainage: Flexischlauch DN 80 mit Geotextilvlies, in Kiesbett 16/32 mm, Mindestgefälle 0,5 % zur Abflussstelle
- Verlegung: ausschließlich in Kies, niemals in Beton eingebettet
Die Bodenplatte trägt das PP-Becken dauerhaft. Unebenheiten führen zu Punktlasten auf der PP-Wanne und können über Jahre zu Verformungen oder Rissbildung führen.
| Anforderung | Skimmerbecken | Überlaufbecken | Norm |
|---|---|---|---|
| Betonqualität | C20/25 | C20/25 | DIN EN 206 |
| Mindestdicke | 180 mm | 200 mm | Statik |
| Bewehrung | Q 188 A doppellagig | Q 188 A doppellagig | DIN EN 1992 |
| Ebenheit Bodenplatten-OK | ±5 mm gesamt | ±2 mm gesamt | DIN 18202 |
| Lage | Waagerecht (kein Gefälle) | Waagerecht (kein Gefälle) | , |
Vor dem Einbau des Beckens muss ein Ebenheitsmessprotokoll aufgenommen werden, bei Toleranzüberschreitung Nacharbeit (Spachtelung mit Vergussmörtel) oder Korrektur der Bodenplatte zwingend.
Das Becken kommt hochkant auf dem Transporter an und wird am Einbauort umgelegt. Für den Umlegevorgang ist eine freie Fläche von mindestens Beckenlänge × 2 erforderlich.
| Beckengröße | Transport | Krantyp | Kranstellfläche |
|---|---|---|---|
| Breite < 2,40 m | Standard-LKW | 20–30-t-Mobilkran | min. 6 × 8 m, tragfähig |
| Breite 2,40–3,00 m | LKW + Breitentransport | 30-t-Mobilkran | min. 7 × 10 m |
| Breite > 3,00 m oder Länge > 10 m | Sonderschwertransport | 50–100-t-Kran | min. 8 × 14 m |
Bei Gebäudeintegration (Keller, Innenschwimmbad): lichte Öffnung = Beckenbreite + 200 mm Montageluft zwingend sicherstellen. Kranstellfläche und Zufahrt müssen vor Vertragsabschluss mit FKB geprüft werden.
Alle PP-Einschweißteile (Düsen, Skimmer, Bodenablauf, Scheinwerfernischen, Gegenstromdüse, Überlaufrinne) sind beim Fertigbecken bereits werkseitig integriert. Beim Ortschweißbecken werden diese vor der Hinterfüllung verschweißt.
Kritisch: Positionen aller Einschweißteile müssen vor der Hinterfüllung endgültig festgelegt sein, danach ist kein Zugang mehr zur Außenwand möglich. Nachträgliche Einschweißungen sind zwar möglich, aber mit erheblichem Aufwand verbunden.
Rohranschlüsse zwischen Becken und Technikschacht werden als flexible Schlauchverbindungen ausgeführt, starre Rohrverschraubungen an PP-Einschweißteilen führen aufgrund der hohen Wärmedehnung von PP (α = 1,5 × 10⁻⁴ K⁻¹, 10× höher als Stahl) zu Rissen.
Die Hinterfüllung und das Befüllen des Beckens müssen synchron erfolgen. Wird das Becken hinterfüllt ohne ausreichenden Wassergegendruck, drückt der frische Beton die dünne PP-Wand nach innen.
| Schritt | Wasserstand Becken | Hinterfüllstand | Wartezeit |
|---|---|---|---|
| 1 | 400 mm | 300 mm | Aushärten Beton (min. 12 h) |
| 2 | 650 mm | 550 mm | Nach Aushärtung Schritt 1 |
| 3 | 950 mm | 850 mm | Nach Aushärtung Schritt 2 |
| 4 | vollgefüllt | bis 100 mm unter Becken-OK | Nach Aushärtung Schritt 3 |
Der Wasserstand muss immer mindestens 100 mm über dem aktuellen Betonstand liegen. Bei direkter Sonneneinstrahlung auf das teilbefüllte Becken: einseitige Wärmedehnung kann Verformungen verursachen, Becken in dieser Phase abdecken oder mit Wasser kühlen. Verwendet wird Magerbeton C8/10 oder C12/15 mit Chloridgehalt < 0,05 % und Sulfatgehalt < 0,3 %.
Vor der finalen Hinterfüllung wird das Becken auf 0,2–0,3 bar für 30 Minuten druckgeprüft. Alle Schweißnähte werden auf Dichtheit kontrolliert (DIN EN 12814, Biegeprüfung an Probestücken). Der Schweißnahtfaktor ≥ 0,8 (80 % der Grundmaterial-Festigkeit) ist Standardanforderung.
Nach Abschluss der Hinterfüllung erfolgt die Inbetriebnahme: Filter befüllen, Pumpe starten, Wasserwerte einstellen (pH 7,0–7,6 · freies Chlor 0,3–0,6 mg/l · Redoxpotential 700–750 mV), Steuerung programmieren, Beleuchtung testen. FKB übergibt das fertige System mit Einweisung des Betreibers.
Drainage, die Pflichtkomponente
Pflichtkomponenten der Drainage
Drainagerohr DN 80
Flexischlauch mit Geotextilvlies, 2× unter Bodenplatte und umlaufend. Verlegung ausschließlich in Kies 16/32 mm, niemals in Beton.
Pumpensumpf DN 300
Senkrecht zur Bodenplatte, Unterkante 500 mm tiefer. Füllung Kies 8–16 mm. Tauchmotorpumpe mit Schwimmerschalter.
Direkter Stromanschluss
Tauchmotorpumpe direkt am Hausanschluss, nicht am Technikschacht. Pumpe muss dauerhaft laufen, auch wenn Pool-Technik abgeschaltet ist.
Bauseitige Vorleistungen, Checkliste für Architekten und Rohbauer
- ☐ Baugenehmigung eingeholt (Bauherrenverantwortung)
- ☐ Bodengutachten liegt vor (Grundwasser, Tragfähigkeit, Chlorid-/Sulfatgehalt Erdreich)
- ☐ Zufahrt LKW und Kran geprüft und freigegeben (Breite, Tragfähigkeit, Kurvenradien)
- ☐ Kranstellfläche vorbereitet (Tragfähigkeit, Abmessungen, Freiheit von Hindernissen)
- ☐ Aushub in korrekten Maßen ausgeführt (inkl. Übermaß für Hinterfüllung)
- ☐ Drainagesystem verlegt, Pumpensumpf installiert
- ☐ Stromanschluss Tauchmotorpumpe Drainage (dauerhaft, direkt vom Hausanschluss)
- ☐ Bodenplatte betoniert, Bewehrungsabnahme protokolliert
- ☐ Ebenheit der Bodenplatte gemessen und protokolliert (Messprotokoll Pflicht)
- ☐ Perimeterdämmung / Unterlagsplatten PP verlegt (Ebenheit ±2 mm geprüft)
- ☐ Leerrohre für Kabel (UWS, Rolloantrieb, GSA-Pneumatik) verlegt und beschriftet
- ☐ Medienübergabepunkte Wasser (DN 15–25) und Abwasser (DN 100) fertiggestellt
- ☐ Hauptzuleitung 5-polig bis Anschlussdose Technikschacht fertiggestellt
- ☐ Fundamenterder und Potentialausgleich-Vorbereitungen abgeschlossen
- ☐ Ausstattungsliste PP-Einschweißteile mit FKB final abgestimmt und freigegeben
- ☐ Am Liefertag: fachkundige Person vor Ort, Schweißgeräte und Hinterfüllmaterial bereit
Weitere Details zur PP-Pool Installation
Weiterführende Aktionen
Fragen & Antworten zur PP-Pool-Installation
- Wie lange dauert die komplette Installation eines PP-Pools?
Bei einem PP-Fertigbecken auf vorbereiteter Baugrube ist der Kraneinbau an einem Werktag abgeschlossen. Inklusive Rohbau (Aushub, Drainage, Bodenplatte aushärten) und Hinterfüllung im Gegendruckprinzip mit den vorgeschriebenen Aushärtepausen ergibt sich typisch ein Gesamt-Bauzeitraum von 3 bis 5 Wochen. Bei einem Ortschweißbecken kommen 3 bis 10 Tage Schweißarbeiten hinzu. - Brauche ich für den Kraneinbau eine Genehmigung?
Für die Kranestellfläche selbst nicht — sie muss aber ausreichend tragfähig sein und frei von Hindernissen. Bei Anlieferung mit Sonderschwertransport (Beckenbreite > 3,00 m oder Länge > 10 m) sind verkehrsrechtliche Sondernutzungserlaubnisse durch den Transporteur einzuholen. FKB prüft die Zufahrt vor Vertragsabschluss. - Was passiert wenn die Bodenplatten-Ebenheit nicht eingehalten wird?
Unebenheiten führen zu Punktlasten auf der PP-Wanne und können über Jahre zu Verformungen oder Rissbildung führen. Bei Toleranzüberschreitung muss die Bodenplatte mit Vergussmörtel nachgespachtelt oder bei größeren Abweichungen komplett korrigiert werden — vor dem Einsetzen des Beckens. Ein Ebenheitsmessprotokoll ist Pflicht und wird von FKB als Voraussetzung für die Übernahme verlangt. - Warum ist die Drainage so wichtig?
PP hat eine Dichte von 0,91 g/cm³ — das Material ist leichter als Wasser. Erreicht der Grundwasserstand bei leerem oder teilbefülltem Becken die Bodenplattenunterkante, schwimmt das Becken auf und kann sich verformen, brechen oder aus der Bodenplatte herausgehoben werden. Das Drainagesystem mit Pumpensumpf, dauerhafter Tauchmotorpumpe und Umfangsdrainage hält den Grundwasserstand verlässlich unter der kritischen Höhe. - Was passiert wenn beim Hinterfüllen das Gegendruckprinzip nicht eingehalten wird?
Wird der Beton schneller hinterfüllt als das Becken befüllt wird, drückt der frische Beton die dünne PP-Wand (10–15 mm) nach innen. Die Verformung kann je nach Schichtdicke und Geschwindigkeit zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern liegen — und ist nach dem Aushärten des Betons irreversibel. Der Wasserstand muss deshalb immer mindestens 100 mm über dem aktuellen Betonstand gehalten werden. - Können die Anschlüsse später angepasst werden?
Nachträgliche Einschweißungen am PP-Becken sind technisch möglich (Becken entleeren, Hinterfüllung an entsprechender Stelle freilegen, neuen Einschweißteil per Warmgasextrusionsschweißen einfügen). Der Aufwand ist erheblich. Deshalb muss die Ausstattungsliste mit allen Einbauteilen (Düsen, Skimmer, Scheinwerfer, Gegenstromdüse) vor der Hinterfüllung verbindlich abgestimmt sein. - Wer ist für was zuständig?
Rohbauunternehmen: Aushub, Drainage, Bodenplatte, Hinterfüllung. Elektrofachkraft (bauseitig): Hauptzuleitung, Fehlerstromschutzschalter, Stromanschluss Drainage-Pumpe, Potentialausgleich. FKB: Anlieferung, Kraneinbau, Einschweißarbeiten, Druckprüfung, Verrohrung Becken–Technik, Inbetriebnahme. Statiker: Bodenplatten-Bewehrungsplan. TGA-Planer: Drainage- und Entwässerungskonzept, Medienübergabepunkte.


