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Schwimmbad selber bauen – die FKB-Bauanleitung
Der eigene Pool im Garten ist machbar – auch in Eigenleistung. Wir bei FKB liefern jedes Jahr mehrere hundert Selbstbau-Sets aus, beraten Bauherren von der ersten Skizze bis zur Inbetriebnahme und übernehmen auf Wunsch die komplette Planung. Diese Anleitung führt Sie durch die zehn Bauphasen eines klassischen Folienbeckens mit Beton- oder Styroporstein-Wänden – die mit Abstand häufigste Bauart unserer Selbstbau-Kunden.
Realistische Erwartung gleich am Anfang: Der Pool-Bau ist keine Wochenendarbeit. Vom ersten Spatenstich bis zum Erstbadetag rechnen wir mit 6 bis 12 Wochen, davon allein 28 Tage Beton-Aushärtung. Ein typisches 8 × 4 × 1,5-m-Folienbecken kostet im Material zwischen 8.000 und 15.000 € (Schalung, Beton, Folie, Einbauteile, Filtertechnik) – ohne Aushub, Elektrik und Gartengestaltung. Wer die Erdarbeiten, das Mauern und die Verlegung selbst übernimmt, spart gegenüber dem schlüsselfertigen Polypropylen-Pool 30 bis 50 Prozent.
Diese Seite ist als Orientierung gedacht, ersetzt aber keine Vor-Ort-Beratung. Statik, Bodenklasse und der Wasserspiegelstand am Grundstück müssen vor dem Aushub mit einem Baufachmann geklärt werden – Fehler in der Phase 2 oder 3 lassen sich später nur mit großem Aufwand korrigieren.
Phase 1 – Planung: was vor dem Spatenstich geklärt sein muss
Die wichtigste Bauphase ist die, in der noch nichts gebaut wird. Wer in der Planung schludert, baut hinterher zweimal. Vier Block-Fragen klären wir mit jedem Kunden vor der Material-Bestellung:
- Kostenrahmen: Aufstellbecken ab 200 €, eingelassenes Stahlwandbecken ab 2.500 €, gemauertes Folienbecken 8.000–15.000 €, vorgefertigtes Polypropylen-Becken 12.000–25.000 €, Edelstahl-Skimmerbecken ab 30.000 €. Vor der Material-Auswahl steht das Budget – sonst werden Wunsch und Wirklichkeit nie zur Deckung kommen.
- Standort & Ausrichtung: Süd-Ost-Lage für maximale Sonneneinstrahlung, Abstand zu Bäumen (Laub-Eintrag), Nähe zu Strom- und Wasseranschluss, frostfreier Technikraum oder -schacht in maximal 15 m Entfernung. Die Bodenklasse nach DIN 18300 entscheidet über Aushub-Aufwand und ob eine Drainage notwendig wird.
- Beckentyp: Folienbecken (gemauert, eingelassen, hohe Gestaltungsfreiheit), Polypropylen-Fertigbecken (schnelle Montage, lange Lebensdauer), Stahlwandbecken (günstig, häufig oval/rund), Edelstahl-Skimmerbecken (Premium, wartungsarm). Form und Tiefe ergeben sich aus der Nutzung: 1,35 m für Familien, 1,50 m für Schwimmer, 0,90 m für Kinderbecken-Bereich.
- Ausstattung: Skimmer- oder Überlaufrinnenbecken, Gegenstromanlage, Unterwasserbeleuchtung, Wärmepumpe oder Solarabsorber, Salzelektrolyse oder klassische Chlordosierung, Pool-Abdeckung. Jede Komponente muss in die Verrohrung eingeplant werden – Nachrüsten ist möglich, aber teurer.
Die örtliche Bauordnung legt fest, ob Sie eine Baugenehmigung brauchen. In den meisten Bundesländern sind Privatschwimmbecken bis 100 m³ Wasserinhalt im Garten genehmigungsfrei – Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze (oft 3 m) und Festsetzungen im Bebauungsplan gelten trotzdem. Klären Sie das vor dem Aushub schriftlich mit der Baubehörde, nicht danach.
Wenn Sie sich angesichts der vielen Entscheidungen lieber persönlich beraten lassen wollen: bei FKB ist die Erstberatung kostenlos. Wir kommen zur Vor-Ort-Begehung, vermessen den Standort und liefern Ihnen einen verbindlichen Materialplan inklusive Hydraulik-Schema.
Phase 2 – Aushub der Baugrube
Beim Aushub gilt: lieber 20 cm zu groß als zu klein. Wir empfehlen mindestens 60 cm Freiraum zwischen späterer Beckenwand und Erdreich – sonst kommen Sie später nicht mehr an die Außenabdichtung und die Verrohrung heran. Bei lockerem Boden (Sand, Kies) ist eine Verbau-Wand oder eine geböschte Grube nach DIN 4124 Pflicht, sonst wird der Aushub während der Arbeiten zur Lebensgefahr.
Der Aushub selbst geht mit einem 5-Tonnen-Mini-Bagger in einem Tag, schwierig wird die Bodenklasse 5–7 (steinig, felsig). Lassen Sie sich vom Lohnunternehmer auf Stundenbasis abrechnen, nicht pauschal – die wahren Aushub-Mengen sieht man erst, wenn die Schaufel im Boden steckt.
Phase 3 – Bodenplatte mit Bewehrung
Unter die eigentliche Bodenplatte kommt eine 10 cm starke Sauberkeitsschicht aus Magerbeton, geglättet und mit 2 % Gefälle zum späteren Bodenablauf. Die Bodenplatte selbst ist 20 bis 25 cm dick, mit zwei Lagen Bewehrungsmatten (Q335) im Achsabstand von 15 cm. Beton-Festigkeitsklasse C25/30 (XC4, XD3, XF3) – das schreiben wir wegen der ständigen Wasserlast und der Chemikalienbelastung vor.
Bodenablauf und Pumpensumpf werden vor dem Beton-Einbringen positioniert und einbetoniert. Bei einem zusätzlichen Technikschacht direkt neben dem Becken plant man einen kombinierten Pumpensumpf-Sickerschacht ein – das spart später eine separate Drainage. Die Platte muss spiegelglatt abgezogen werden, jede Unebenheit über 3 mm zeichnet sich später durch die Folie ab.
Phase 4 – Stellen der Wände
Drei Bauweisen sind in der Selbstbau-Praxis verbreitet: Betonschalsteine (massiv, statisch sicher, hohes Gewicht), Styroporsteine (leicht, dämmend, schneller Aufbau, aber sorgfältige Verfüllung nötig) oder Beton-Fertigelemente (höchste Maßgenauigkeit, größter Materialpreis). Wer die Wände komplett einschalt und in einem Guss betoniert, hat die beste Statik – aber den höchsten Schalungsaufwand.
Vor- und Nachteile der Systeme sollten Sie vor der Material-Bestellung abwägen. Wir beraten zu allen drei Bauweisen herstellerneutral.
Phase 5 – Einbauteile einbringen
Vor dem Verfüllen der Wände werden Skimmer, Einlaufdüsen, Bodenablauf, Bodeneinläufe, Unterwasser-Scheinwerfer und Gegenstromanlage in der Schalung positioniert. Detaillierte Einbauvorgaben pro Teil finden Sie in unserer Übersicht der Einbauteile. Die exakten Positionen ergeben sich aus dem Hydraulik-Schema – auf Wunsch übernehmen wir die Planung und liefern fertige Zeichnungen.
Öffnungen rund um die Einbauteile werden mit Schalbrettern oder Bauschaum abgedichtet, damit beim Beton-Einbringen nichts in den Innenraum durchläuft. Anschlussstutzen mit Schutzkappen verschließen, sonst landet Beton in den Leitungen.
Phase 6 – Befüllen und Verspachteln
Bei Betonschalsteinen und Styroporsteinen werden die Kammern mit Beton C20/25 vergossen und in Lagen von 50–80 cm verdichtet. Anschließend werden alle Flächen mit Reparaturspachtel ausgeglichen – die Folie zeichnet jede Unebenheit ab 2 mm sichtbar nach. Einbauteile bündig anarbeiten, Übergänge sauber verspachteln.
Die Betonaushärtung dauert 28 Tage bis zur vollen Lastfähigkeit. In dieser Zeit erledigen Sie die Außenverrohrung, den Technikraum-Innenausbau und die Elektro-Installation.
Phase 7 – Außenverrohrung
PVC-Druckrohr DN 50 oder Flexschlauch DN 50/63, mindestens 80 cm tief verlegt (frostfrei nach DIN EN 12056), in einem 10–20 cm dicken Sandbett mit Gefälle zum Technikschacht. Jede Leitung wird einzeln verlegt – auch wenn es nach Skimmer- und Bodenablauf gemeinsam zum Filter geht, kommen die Leitungen getrennt in den Technikraum.
Verklebung ausschließlich mit Tangit oder einem zugelassenen Klebstoff für PVC-Druckrohr – Anleitungen finden Sie in unseren Hinweisen zur Verklebung von PVC- und Flexrohr mit Tangit. Vor dem Verfüllen der Gräben: Druckprobe mit 1,5-fachem Betriebsdruck (typisch 3 bar Standzeit 30 Minuten) – jede Undichtigkeit jetzt finden, nicht nach dem Verfüllen.
Phase 8 – Folie einbringen
Vor jeder Folie kommt ein Unterlegvlies (200 g/m²) an Wand und Boden – schützt vor Punktbelastungen und verlängert die Folienstandzeit deutlich. Zwei Folien-Bauarten sind verbreitet: Einhängefolie (vorgefertigt, einfach zu verlegen, Standzeit 8–12 Jahre) oder vor Ort verschweißte Folie (frei formbar, Standzeit 12–20 Jahre, höherer Aufwand).
Bei der Einhängefolie wird auf dem Beckenkopf eine Keilbiese (Aluminium-Profil) montiert, das Trennvlies verklebt und die Folie eingehängt. Bei der geschweißten Folie kommen Folienverbundbleche auf den Beckenkopf, die Folie wird vor Ort auf die exakte Beckengeometrie zugeschnitten und mit dem Heißluftföhn verschweißt. Beide Verlegearten setzen Folienfachkenntnis voraus – für die Eigenleistung empfehlen wir die Einhängefolie.
Phase 9 – Technik und Filteranlage installieren
Pumpe und Sandfilter auf der Bodenplatte des Technikschachts oder im Technikraum verschrauben. Saugseite: Verbindung zu Bodenablauf und Skimmer mit Kugelhähnen (Absperrmöglichkeit für Wartung). Druckseite: 6-Wege-Ventil auf dem Sandfilter, dann Rückspülleitung in den Kanal oder Sickerschacht, Zu- und Ablauf zum Filter und Rücklauf zu den Einlaufdüsen am Becken.
In den Rücklauf werden die Zusatzkomponenten in dieser Reihenfolge eingebunden: zuerst die Heizung (Wärmepumpe oder Wärmetauscher), dann die UV-C-Lampe, am Schluss die Chlordosierschleuse oder Salzelektrolyse. So bleibt die Desinfektion bis zum letzten Meter wirksam.
Phase 10 – Inbetriebnahme
Vor dem Erstbefüllen alle Verschraubungen mit Drehmomentschlüssel anziehen, alle Kugelhähne in Stellung „auf" prüfen. Pool langsam befüllen (Schlauch in den Skimmer hängen, Wasser steigt gleichmäßig). Wenn das Becken voll ist: Sandfilter mit der Hersteller-Sandmenge füllen (meist Quarzsand 0,4–0,8 mm), Filter mit Wasser auffüllen, 6-Wege-Ventil auf „geschlossen".
Alle Kugelhähne im Filterkreis öffnen, 6-Wege-Ventil auf „Filtern", Pumpe starten. Niemals das 6-Wege-Ventil im laufenden Pumpenbetrieb umschalten – sonst zerstört der Druckschlag das Ventil. Erstspülung: 6-Wege-Ventil auf „Rückspülen", Pumpe an, bis das Schauglas klares Wasser zeigt (etwa 3 Minuten), dann „Nachspülen" 30 Sekunden, dann zurück auf „Filtern".
Wasserwerte einstellen: pH-Wert 7,0–7,4 (mit pH-Minus oder pH-Plus), freies Chlor 0,3–0,6 mg/l (Stoßchlorung beim Erstbefüllen mit 3,0 mg/l über 24 h). Erst dann die Dosieranlage in Betrieb nehmen.
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