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Überlaufrinnenbecken: DIN-konforme Beckenhydraulik für höchste Wasserqualität
Ein Überlaufrinnenbecken ist die hochwertigste Form der Beckenhydraulik im modernen Pool-Bau. Die wesentliche Idee: das verschmutzte Oberflächenwasser läuft kontinuierlich über eine umlaufende Rinne ab und wird der Filteranlage zugeführt, statt wie beim klassischen Skimmer-Becken nur punktuell abgesaugt zu werden. Das Ergebnis ist eine spürbar bessere Wasserqualität, weil genau jene oberen 5 bis 10 cm der Wassersäule mit der höchsten Keim- und Schmutzbelastung priorisiert in den Filterkreis kommen.
Die DIN 19643 (Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser) beschreibt zwei praxisbewährte Durchströmungssysteme für öffentliche Bäder: die vertikale und die horizontale Beckendurchströmung. In beiden Varianten muss laut Norm der gesamte Filtervolumenstrom über eine allseitig umlaufende Überlaufrinne geführt werden. Diese Wasserführung ermöglicht die effizienteste Ableitung der vom Keim- und Verschmutzungseintrag am stärksten belasteten oberflächennahen Beckenwasserbereiche.
Im privaten Bereich werden häufig modifizierte Systeme eingesetzt, bei denen ein Teilvolumenstrom über Bodenabläufe geführt wird. Das ist baurechtlich und hygienisch nicht ganz so streng geregelt wie im öffentlichen Bad, bringt aber bei korrekter Auslegung trotzdem die Vorteile des Überlaufkonzepts mit sich. Diese Seite erklärt beide Systeme, die fünf gängigen Rinnenarten und die wichtigsten Auslegungs-Regeln in Anlehnung an die Norm. Weitere Beckensysteme im Vergleich findet ihr unter Beckensysteme, die zugehörige Filtertechnik unter Filtertechnik.
Vertikale Beckendurchströmung

Bei der vertikalen Durchströmung erfolgt die Einströmung über ein am Beckenboden angeordnetes Verteilersystem mit Einlaufdüsen. Anzahl und Anordnung der Öffnungen sind so zu wählen, dass je 8 m² Beckengrundrissfläche ein Einlauf vorhanden ist. Bei geringeren Beckentiefen (kleiner 1,35 m) verringert sich diese Fläche auf 6 m² je Einlauf. Nicht direkt erfasste Flächen dürfen 6 m² beziehungsweise 4 m² bei flachen Becken nicht überschreiten.
Der wesentliche Vorteil dieser Durchströmung ist die einfache Anwendung bei jeder beliebigen Beckenform, der geringe Energieverbrauch und die sehr gute Einmischung im unteren Beckenbereich. Nachteilig sind die höheren Verrohrungskosten. Die Verrohrung wird beim Schütten des Beckenbodens einbetoniert oder in einem nachträglichen Aufbau verlegt. Unter dem Beckenboden sollten wegen möglicher Undichtigkeiten keine Verrohrungen liegen.
Um an allen Einlaufdüsen gleichmäßige Druckverhältnisse zu erreichen, müssen die Düsen mit gleich langen Strömungswegen verrohrt werden, das sogenannte Hirschgeweih-Prinzip. Dieses Layout ist planerisch aufwändiger, garantiert aber im Betrieb eine gleichmäßige Beckendurchströmung ohne Tot-Zonen.
Horizontale Beckendurchströmung

Bei der horizontalen Durchströmung sitzen die Einströmöffnungen an den Längsseiten des Beckens, möglichst gegenüber versetzt. Der Abstand zwischen den Einlaufdüsen sollte maximal ein Drittel der Beckenbreite betragen. Die Einbautiefe liegt in der Mitte zwischen Wasseroberfläche und Beckenboden. Bei tiefen Springer-Becken werden die Düsen in zwei Ebenen angeordnet, wobei die tiefe Ebene rund 50 cm über dem Beckenboden liegt.
Um eine ausreichende Strahltragweite und damit gute Vermischung des Reinwassers mit dem Beckenwasser zu erreichen, schreibt die DIN 19643 einen Mindestdruck an den Einströmungen vor. Bei der hydraulischen Berechnung der Wasseraufbereitungsanlage und der Pumpenauslegung muss dieser Einlaufdruck zwingend berücksichtigt werden. Bei diesem Durchströmungssystem ist generell ein separater Bodenablauf zur Beckenentleerung vorzusehen.
Private Bäder: modifizierte Durchströmung

In privaten Bädern findet man von der Norm abweichende horizontale Durchströmungssysteme, bei denen nicht 100 Prozent des Filtervolumenstromes über die Überlaufrinne, sondern ein Teilvolumenstrom über Bodenabläufe oder seitliche Abläufe geführt wird. Bei richtig dimensionierten hydraulischen Verhältnissen ergibt das eine ordentliche Vermischung auch in bodennahen Beckenbereichen.
Ein verbreitetes Missverständnis: das Absaugen an Bodenabläufen hat im Hinblick auf den Bodenreinigungseffekt keine hydraulische Wirkung. Mit einer einzelnen Absaugöffnung lässt sich kein gerichteter Strömungsimpuls erzeugen, weil die Strömungsgeschwindigkeit schon in wenigen Zentimetern Abstand stark abnimmt. Die Reinigung des Beckenbodens erfolgt in privaten Bädern über vollautomatische Pool-Roboter oder filterabhängige Bodenreiniger, die direkt am Saugkreis der Filterpumpe angeschlossen werden.
Bei Überlaufrinnenbecken muss unabhängig vom Durchströmungssystem ein separater Sauganschluss vorgesehen werden. Dieser sollte etwa 30 cm unterhalb der Überlaufkante liegen, mit Bajonettverschluss für den einfachen Schlauchanschluss. Der Sauganschluss wird in Nennweite DN 50 mit der Saugseite der Filterpumpe verrohrt und über eine Umstellmöglichkeit eingebunden. Empfehlenswert ist die ständige Führung eines geringen Teilvolumenstromes über diese Saugleitung, um Stagnationswasser und Verkeimung zu vermeiden.
Die kritische Überlaufkante: Toleranz und Bauausführung
Die Überlaufkante eines Privatbeckens sollte aufgrund des relativ geringen Umwälzvolumenstroms und der damit verbundenen geringen Überlaufhöhe eine maximale Höhendifferenz von ±1,0 mm aufweisen. Ein ungleichmäßiges Überlaufen führt zu Tot-Zonen, in denen das Beckenwasser entweder gar nicht oder stark verzögert der Aufbereitungsanlage zugeführt wird. Diese Toleranz ist eine der schärfsten Vorgaben im Pool-Bau überhaupt.
Damit die Überlaufkante exakt waagerecht verläuft, sind beim Bau ausreichend viele Höhenmarkierungen zu setzen. Am besten lässt sich die Überlaufkante während der Dichtheitsprobe des Beckens nach der Wasserspiegeloberfläche nivellieren. Erfahrene Schwimmbadbauer kalkulieren bewusst eine Nachjustierung der Beckenrandsteine ein, um die ±1,0 mm tatsächlich zu erreichen.
Die fünf gängigen Rinnenarten
| Rinnenart | Profil | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Finnische Rinne | Hochliegende Rinne, oberhalb des Beckenrandsteins | Öffentliche Bäder, sportliche Optik |
| St. Moritz Rinne | Rinne abgesetzt vom Beckenrand, breiterer Überlauf | Hotel- und Wellness-Pools, Komfort-Optik |
| Wiesbadener Rinne | Klassische Rinne mit sichtbarem Rinnen-Gitter | Sport- und Schwimmbäder |
| Züricher Rinne 1 | Verdeckte Rinne, Wasser läuft über schmale Spalte | Premium-Privatbäder, unauffällige Optik |
| Züricher Rinne 2 | Verdeckte Rinne mit alternativem Spalt-Profil | Architektur-Pools mit klaren Kanten |

Finnische Rinne

St. Moritz Rinne

Wiesbadener Rinne

Züricher Rinne 1

Züricher Rinne 2
Welche Rinnenform für ein konkretes Projekt passt, hängt von der Optik des Beckenrands, dem Beckenumfang und dem geplanten Umwälzvolumenstrom ab. FKB berät bei der Auswahl im Rahmen der Vor-Ort-Beratung.
Fazit: Wann lohnt sich ein Überlaufrinnenbecken?
Mit einem Überlaufrinnensystem lässt sich eine deutlich bessere Beckenhydraulik erreichen als mit einem Skimmer-Becken. Selbst bei Becken mit nicht allseitig umlaufender Überlaufrinne ist die Überlaufbreite ein Vielfaches der Skimmer-Überlaufbreite (Skimmer typisch 250 bis 400 mm pro Stück). Dadurch bleibt das Wasser ruhiger, die Oberflächen-Verschmutzung wird konsequenter abgeführt, und der optische Eindruck eines randvollen Beckens ist außerdem ein starkes Architektur-Element.
Im privaten Pool-Bau ist ein Überlaufrinnenbecken Teil des Premium-Segments. Die Mehrkosten gegenüber einem Skimmer-Becken liegen je nach Rinnenart und Beckenform bei etwa 15 bis 30 Prozent der Beckenkosten. Diese Investition lohnt sich, wenn maximale Wasserqualität und die Becken-randvoll-Optik gewünscht sind. Wer sich unsicher ist, vergleicht in der Schwimmbecken-Übersicht die Alternativen oder lässt sich von FKB vor Ort beraten.
Nächste Schritte
Fragen & Antworten: Überlaufrinnenbecken
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Was findet man in der Kategorie Überlaufrinnenbecken?
In der Kategorie Überlaufrinnenbecken finden Sie passende Produkte und Zubehör für den jeweiligen Einsatzbereich. Überlaufrinnenbecken sichern beste Wasserqualität und Hygiene nach DIN 19643 für öffentliche Schwimmbäder. -
Welche Vorteile bietet Überlaufrinnenbecken?
Der Nutzen von Überlaufrinnenbecken liegt vor allem darin, eine passende Lösung für Einsatzbereich, Technik und vorhandene Anlage auswählen zu können. So lassen sich Funktion, Bedienkomfort und langfristige Zuverlässigkeit verbessern. -
Welche Einbauteile werden für Überlaufrinnenbecken benötigt?
Vertikale Beckendurchströmung Die Einströmung in das Becken erfolgt bei diesem System über ein am Beckenboden angeordnetes Verteilersystem mit entsprechenden Einlaufdüsen. -
Worauf sollte man bei Überlaufrinnenbecken achten?
Wichtig sind Einsatzbereich, Maße, Material, Leistung und Kompatibilität. So lässt sich eine Lösung auswählen, die dauerhaft zum Projekt und zum vorgesehenen Einsatz passt.