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Heizungsauslegung und Heizregister im Klimagerät
Eine Schwimmhalle hat drei Heiz-Aufgaben gleichzeitig: das Beckenwasser, die Hallenluft und alle Innenoberflächen ber dem Taupunkt halten. Nur wenn diese drei Lasten zusammen ausgelegt werden, bleibt die Halle behaglich, energieeffizient und bauschadenfrei. Grundlage ist die VDI 2089 – sie regelt Auslegung und Dimensionierung der Klimatisierung. (Quelle: FKB-Leitfaden, S. 10–11, S. 18–21)
Sollwerte als Auslegungs-Basis
Die Lufttemperatur wird in der Regel 1–2 °C höher als die Wassertemperatur geführt. So bleibt die Verdunstung im Griff und die Badegäste kühlen nicht aus. Die relative Luftfeuchte liegt bei 50–60 %.
| Nutzung | Wassertemperatur | Lufttemperatur |
|---|---|---|
| Private Schwimmbäder / Hotels | 26–30 °C | 28–32 °C |
| Öffentliche Bäder | 26–28 °C | 28–30 °C |
| Wettkampfbecken | 24–27 °C | 26–29 °C |
| Therapiebecken | 30–36 °C | 32–38 °C |
| Wellness / Whirlpools | 36–40 °C | 38–42 °C |
Heiz-Systeme im Klimagerät
Heizregister im Entfeuchtungsgerät. Erwärmt die Zuluft, verteilt die Wärme gleichmäßig in der Halle. Bei modernen Geräten kann über Außenluftbetrieb oder Kühlregister auch eine Absenkung der Lufttemperatur erfolgen – vor allem im Sommer wichtig.
Fußboden- und Flächenheizungen. Halten die Innenoberflächen oberhalb des Taupunkts und verbessern den thermischen Komfort am Beckenrand. Besonders an Fenster-Sockelflächen und Kältebrücken-Bereichen wirkungsvoll.
Verdichterwärme zur Beckenwasser-Erwärmung. Moderne Entfeuchtungs-Wärmepumpen geben bei der Entfeuchtung Verdichterwärme ab. Über wassergekühlte Kondensatoren lässt sich diese Energie direkt für die Beckenwasser-Erwärmung nutzen – mehrfach genutzte Wärme, niedrigere Spitzenlast für den Heizkessel.
Geräte-Typologie (KVS-Serien)
| Typ | Einsatz | Becken-Wasserfläche |
|---|---|---|
| TG – Truhengerät (Halle, Umluft/WRG) | kleine Privatbäder | 15–65 m² |
| TGW – Wandgerät (Halle, Umluft/WRG) | Privatbäder ohne Stellfläche | 15–45 m² |
| HWG – Hinterwandgerät (Nebenraum, Umluft/WRG) | Privat/kleine Hotels, „unsichtbare" Technik | 20–65 m² |
| LEG-U – Kanalgerät (Umluft/WRG, Außenluft-Anteil) | größere Privatbäder / Hotels mit Technikraum | 20–100 m² |
| LEG-AuFo – Außen-/Fortluft (bis 100 % Außenluft) | Hotels, öffentliche Bäder, hoher Außenluftbedarf | 40–100 m² |
| LEG-AuFo-R – Außen-/Fortluft + zweistufige WRG (Rekuperator) | hohe Jahres-Effizienz, Rückgewinn bis ca. 85 % | 40–100 m² |
Faustregel: kleine Anlagen mit Umluft, große und stark genutzte Anlagen mit Außenluft und Rekuperator.
Integration in die Hallentechnik
Das Klimagerät steht typischerweise im Technikraum oder Nebenraum. Die Zuluft wird über das Sandwich-Kanalsystem zur Halle geführt – ideal in den umlaufenden Technik-Schächten (siehe Umlaufender Zugang). Die Glasnah-Versorgung übernehmen Lüftungsschienen.
Bilder zum Thema

Entfeuchtungs-Wärmepumpe im Technikraum: zentrales Aggregat für Lufttrocknung, Erwärmung und Rückgewinnung der Verdichterwärme für das Beckenwasser.

Außenluftsystem mit zweistufiger WRG: trockene Außenluft kommt rein, feuchte Hallenluft geht raus, Rekuperator/Wärmepumpe gewinnt bis zu 85 % zurück. Optimal für öffentliche Bäder und große Privatanlagen.

Fußbodenheizung am Beckenrand: hält die Innenoberflächen sicher über dem Taupunkt und steigert den thermischen Komfort der Badegäste – vor allem an Kältebrücken-Bereichen wirkungsvoll.
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Beratung und Leitfaden
Die richtige Heizungs- und Klimageräte-Auswahl entscheidet über Energieverbrauch und Betriebsruhe Ihrer Halle über Jahrzehnte. Wir kalkulieren die Feuchte- und Heizlast nach VDI 2089 und wählen den passenden KVS-Typ aus – Truhe, Hinterwand, Kanal oder Außenluft.
Fragen & Antworten: Heizung & Heizregister
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Reicht meine vorhandene Heizung für die neue Schwimmhalle?
Nur, wenn die Heizung sowohl die zusätzliche Last als auch die geforderte Vorlauftemperatur dauerhaft liefert. Diese Prüfung gehört vor jede Detailplanung. -
Kann ich die Halle rein elektrisch heizen?
Möglich, aber selten wirtschaftlich. Üblich ist die Anbindung an die Gebäudeheizung oder eine eigene Wärmepumpe. -
Brauche ich zusätzlich Heizkörper im Raum?
Nicht zwingend. Das Heizregister im Klimagerät kann die Halle in vielen Fällen alleine versorgen. Heizkörper oder Fußbodenheizung sind sinnvoll, wenn die Halle auch als Aufenthaltsraum genutzt wird oder schnell warmgefahren werden soll. -
Wie schnell heizt eine kalte Halle auf?
Aus dem kalten Zustand zurück auf Sollwerte dauert je nach Größe und Heizleistung mehrere Stunden bis einen Tag. Eine Halle bleibt im laufenden Betrieb daher dauerhaft auf Solltemperatur. -
Was bringt eine Wärmerückgewinnung?
Sehr viel. Moderne Schwimmhallen-Lüftungsgeräte gewinnen einen Großteil der Wärme aus der Abluft zurück und reduzieren den Heizenergiebedarf deutlich. -
Welche Rolle spielt die Beckenabdeckung?
Eine erhebliche. Eine geschlossene Abdeckung über Nacht reduziert Verdunstung und Wärmeverluste am Wasserspiegel — der Wärmebedarf der Halle sinkt spürbar.