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Filteranlage richtig bedienen: Funktionen, Rückspülung und Wartung
Wichtig vorab: Diese Anleitung dient ausschließlich der Information. Verbindlich ist immer die zur jeweiligen Filteranlage mitgelieferte Installationsanleitung des Herstellers. Im Zweifelsfall wendet euch an FKB oder eure Installations-Fachfirma.
Eine private Sandfilteranlage besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Filterbehälter mit Filtermedium (Quarzsand 0,4-0,8 mm oder Glasfiltermedium), der Umwälzpumpe mit integriertem Vorfilterkorb und dem Mehrwege-Ventil auf dem Filterbehälter. Das Mehrwege-Ventil steuert den Wasserweg durch die Anlage und hat in der Standard-Ausführung sechs Stellungen: Filtern, Rückspülen, Nachspülen, Entleeren, Zirkulieren und Geschlossen. Eine korrekte Bedienung ist Voraussetzung für klares Wasser, eine lange Sand-Standzeit und vor allem für die Sicherheit der Anlage.
Die wichtigste Regel beim Mehrwege-Ventil lautet: Den Hebel niemals bei laufender Pumpe betätigen. Bei Druck im Filterkessel kann das Ventil beschädigt werden, im Extremfall reißt die Ventil-Dichtung und Wasser tritt unkontrolliert aus. Ebenso wichtig: die Pumpe niemals trocken laufen lassen, weil die Gleitringdichtung sofort Schaden nimmt. Wer diese zwei Regeln einhält, hat schon den größten Teil aller Pannen ausgeschlossen.
Die folgenden Abschnitte erklären die sechs Ventilstellungen im Detail, die Inbetriebnahme nach Stillstand, die Winterruhe sowie die wichtigsten Druck- und Laufzeit-Werte. Wer eine neue Anlage plant, findet weitere Informationen unter Filtertechnik sowie unter Filtertechnik-Sektion.
Inbetriebnahme der Filteranlage
Vor der Inbetriebnahme prüft ihr alle lösbaren Verbindungen auf festen Sitz und zieht sie bei Bedarf nach. Insbesondere die PVC-Verschraubungen am Filterbehälter und an der Pumpe können sich nach Frost-Tau-Wechseln gelockert haben. Anschließend stellt das Mehrwege-Ventil auf Position Rückspülen und startet einen ersten Spülgang von 2 bis 3 Minuten, um Restverschmutzungen vom Vorjahr aus dem Sand zu entfernen.
Wenn sich die Pumpe nicht selbständig mit Wasser füllt (das ist normal bei Pumpen, die oberhalb des Wasserspiegels stehen), muss der Vorfilter der Pumpe vor dem Anlauf von Hand befüllt werden. Trocken-Lauf zerstört die Gleitringdichtung in wenigen Sekunden. Zum Reinigen des Vorfilterkorbs schließt ihr immer alle Schieber zum und vom Becken, damit beim Öffnen des Deckels kein Wasser aus dem Beckenkreis nachläuft.
Die sechs Funktionen des Mehrwege-Ventils
1. Filtern
Standard-Betriebsstellung. Wasser strömt von der Pumpe über das Ventil von oben in den Filterkessel, durch den Sand nach unten, durch die Düsen und zurück zum Becken. Während des Filterns periodisch das Manometer beobachten: bei einem Druckanstieg von 0,3 bar über Normaldruck ist eine Rückspülung fällig.
2. Rückspülen
Wasser strömt von unten nach oben durch den Sand und transportiert die abgefilterten Verschmutzungen über das Schauglas in den Kanal. Dauer: 5 bis 6 Minuten bei normalen Filterbehältern, 10 Minuten bei Hochschichtfiltern. Spülen, bis das Wasser im Schauglas klar ist.
3. Nachspülen
Nach jeder Rückspülung Pflicht. Wasser läuft 20 Sekunden in Filterrichtung, das Erstfiltrat geht jedoch in den Kanal, damit der aufgelockerte Sand wieder setzt und keine Verschmutzung in den Pool gelangt. Erst nach dem Nachspülen wieder auf Filtern stellen.
4. Entleeren
Beckenwasser läuft am Filter vorbei direkt in den Kanal. Nur sinnvoll bei Becken mit separatem Bodenablauf. Ventile zur Skimmer-Ansaugleitung schließen, Bodenablauf voll öffnen, Pumpe laufen lassen, bis Luft angesaugt wird. Sobald die Pumpe Luft zieht, sofort abschalten.
5. Zirkulieren
Wasser läuft von der Pumpe direkt ins Becken zurück, ohne den Filter zu durchströmen. Diese Stellung dient der schnellen Aufheizung über einen Wärmetauscher oder als Notbetrieb bei defektem Filter. Im Normalbetrieb nicht verwenden, weil keine Filtration stattfindet.
6. Geschlossen
Wasserweg von der Pumpe zum Filter ist gesperrt. Stellung zum Öffnen des Haarfangkorbs oder für Reparaturarbeiten. Liegt die Pumpe unter Wasserspiegel-Niveau, zusätzlich alle Beckenschieber schließen. Achtung: Vor Wiederinbetriebnahme prüfen, dass das Ventil nicht mehr auf Geschlossen steht.
Druckkontrolle und Rückspül-Intervall
Der Druck im Filterbehälter ist der wichtigste Betriebs-Indikator. Direkt nach einer Rückspülung zeigt das Manometer den Normaldruck der Anlage an: typischerweise zwischen 0,4 und 1,0 bar, je nach Pumpe und Rohrlängen. Diesen Wert merken und mit einem dauerhaften Marker am Manometer markieren.
| Druck-Differenz zu Normal | Bedeutung | Maßnahme |
|---|---|---|
| 0 bis 0,2 bar | Normal, Filter arbeitet | Weiterfiltern |
| 0,3 bar | Filter zugesetzt | Rückspülen + Nachspülen |
| Kein Druckanstieg über Wochen | Möglich bei Hallenbädern, sehr sauberem Wasser | Trotzdem 1× wöchentlich Rückspülen |
| Druck springt sofort hoch | Mehrwege-Ventil oder Vorfilterkorb verstopft | Pumpe aus, Vorfilter reinigen, Ventil prüfen |
| Druck sinkt unter Normal | Pumpe zieht Luft, Dichtung defekt | Saugleitung und Vorfilterkorb-Dichtung prüfen |
Filterlaufzeiten richtig wählen
Sauberes Schwimmbadwasser braucht ausreichende Umwälzung. Als Faustregel gilt: pro Tag mindestens zweimal der gesamte Beckeninhalt umwälzen. Bei einem 8×4×1,5 m Becken (48 m³ Wasser) und einer 0,5 PS-Pumpe mit etwa 8 m³/h Förderleistung bedeutet das 12 Stunden Filterlaufzeit pro Tag, idealerweise verteilt auf zwei Blöcke (z.B. 6 Stunden Vormittag, 6 Stunden Nachmittag).
Sinnvoll ist es, die Filterlaufzeiten in die Badezeit zu legen, damit das Wasser direkt während der Nutzung gereinigt wird. Außerhalb der Badesaison oder bei Hallenbädern können die Zeiten reduziert werden, eine tägliche Mindest-Umwälzung von einem Beckenvolumen sollte aber bleiben. Eine programmierbare Zeitschaltuhr oder eine intelligente Steuerung (siehe Wasseraufbereitung) macht die Filterzeit-Planung deutlich einfacher.
Winterzeit und Frostschutz
Vor der ersten Frostperiode muss der Filterbehälter vollständig vom Wasser entleert werden, um Frostschäden zu vermeiden. Dazu betätigt ihr die Entleerungsschraube oder den Entleerungshahn am Filterboden, je nach Ausführung. Das Entlüftungsventil oben am Behälter geöffnet lassen, damit das Wasser vollständig auslaufen kann. Sinnvollerweise reinigt ihr den Filterkessel innen und prüft den Sand auf Verbackungen.
Pumpen müssen ebenfalls geleert werden: Ablassschraube am Pumpengehäuse öffnen, alle Schieber schließen, Vorfilterkorb herausnehmen und trocken einlagern. Wärmetauscher und Heizer brauchen denselben Schritt. Bei einem unbeheizten Technikraum mit Frostrisiko gehört der Filterbehälter ausgebaut und in einen frostsicheren Raum gestellt. Mehr zur Wartung über das Jahr findet ihr unter Tipps und Wichtiges.
Elektroanschluss und Sicherheit
Der elektrische Anschluss der Filterpumpe muss durch eine zugelassene Elektrofachkraft erfolgen, unter Beachtung der örtlichen Vorschriften und der VDE-Bestimmungen. Pflicht ist ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) mit 30 mA oder kleiner im Netzanschluss. Alle Metallteile rund um den Pool gehören in den Potentialausgleich (Erdungsband am Beckenrandstein, Treppe, Einbauteilen und Filtergehäuse).
Bei Drehstrom-Pumpen darf die Drehrichtung niemals bei leerem Vorfilter geprüft werden, weil die Gleitringdichtung dabei sofort Schaden nimmt. Den Anschlussplan findet ihr im Schaltkasten der Steuerung, das passende Schaltbild liegt der Anlage als gedruckte Beilage bei. Bei Unsicherheit immer den Hersteller-Service oder den FKB-Kundenservice kontaktieren, statt experimentell anzuschließen.
Nächste Schritte
Fragen & Antworten: Filteranlagen Bedienungsanleitung
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Was findet man in der Kategorie Filteranlagen Bedienungsanleitung?
In der Kategorie Filteranlagen Bedienungsanleitung finden Sie Filtertechnik und Zubehör für Filteranlagen Bedienungsanleitung. Sichere Filteranlagen Inbetriebnahme & Wartung: Anleitung für Betrieb & Pflege. -
Welche Technik ist bei Filteranlagen Bedienungsanleitung wichtig?
Bei Filteranlagen Bedienungsanleitung kommt es vor allem auf die passende technische Auslegung an. Entscheidend sind Leistung, Anschlussmaße, Energiebedarf und die Abstimmung mit den übrigen Pool- oder Haustechnik-Komponenten. -
Welche technischen Eigenschaften sind bei Filteranlagen Bedienungsanleitung relevant?
Sobald der Druck auf Ihrem Manometer um 0,3 bar angestiegen ist, muss eine "Rückspülung" durchgeführt werden. -
Worauf sollte man bei Filteranlagen Bedienungsanleitung achten?
Wichtig sind Beckenvolumen, Umwälzleistung, Filtermedium und Anschlussmaße. So lässt sich eine Lösung auswählen, die dauerhaft zum Projekt und zum vorgesehenen Einsatz passt.