-
Infoportal
- Schwimmbecken
- Einbauteile
- Wasseraufbereitung
- Pumpen
- Folienauskleidung
- Schwimmbadheizung
- Schwimmbadüberdachung
- Schwimmbadabdeckung
- Schwimmbadreinigung
- Beckenrandsteine
- Luftentfeuchter
- LED-Poolbeleuchtung
- Fittinge + Verrohrung
- Attraktionen + Gegenstromanlagen
- 3D-Visualisierung
- Zertifikate + Qualifikationen
- Tipps und Wichtiges
- Schwimmhalle
Pflegeanleitung für Edelstahl
Edelstahl ist im Schwimmbad ein dankbarer Werkstoff: porenfrei, hygienisch und bei richtiger Behandlung über Jahrzehnte hinweg korrosionsfrei. Seine Beständigkeit verdankt er einer mikroskopisch dünnen Chromoxid-Schicht, der sogenannten Passivschicht, die sich an der Oberfläche selbst aufbaut und kleine Verletzungen in Gegenwart von Sauerstoff selbst wieder schließt. Solange diese Schutzschicht intakt bleibt, hat Korrosion keine Angriffsfläche.
Die Korrosionsbelastung von Edelstahl-Einbauteilen wird in der Praxis durch die vorliegenden Angriffsmedien und deren Belastungsintensität in der näheren Umgebung des Schwimmbeckens bestimmt. Bereits der Einsatz von Reinigungsmitteln zur Grund- und Unterhaltsreinigung kann aggressive Beanspruchungen auf Konstruktions- und Einrichtungsteile auslösen. Der Einsatz salzsäurehaltiger Reinigungsmittel an und in der Nähe von Bauteilen aus Edelstahl ist deshalb in jedem Fall zu unterlassen.
Diese Anleitung erklärt, woran die Passivschicht leidet, welche Wasserwerte sie schützen und wie Sie Edelstahloberflächen richtig reinigen. Die Hinweise gelten für Edelstahlbecken aus Werkstoff 1.4571 ebenso wie für einzelne Edelstahl-Einbauteile wie Skimmer, Düsen, Leitern oder Scheinwerferblenden in Becken anderer Bauart.
Warum Edelstahl im Schwimmbad korrodieren kann
FKB fertigt Edelstahlbecken und hochwertige Einbauteile aus dem Werkstoff 1.4571 (international AISI 316 Ti), einem titanstabilisierten austenitischen Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl nach DIN EN 10088. Entscheidend für die Schwimmbadtauglichkeit ist der Molybdän-Anteil von 2,0 bis 2,5 Prozent: Molybdän erhöht die Beständigkeit gegen Chloridangriff, also gegen Lochfraß und Spaltkorrosion, erheblich. Der Chrom-Anteil von 16,5 bis 18,5 Prozent bildet zusammen mit Sauerstoff die schützende Passivschicht, das Titan verhindert interkristalline Korrosion an den Schweißnähten.
Im Beckenwasser sind durch Salzelektrolyse, Natriumhypochlorit und das Füllwasser zwangsläufig Chlorid-Ionen vorhanden. Genau diese Ionen sind es, die der Passivschicht gefährlich werden können. Natürlich spielen auch die Chlor-Grenzwerte im Schwimmbadwasser eine große Rolle. Selbst eine kurzfristige Überschreitung der Grenzwerte kann zu Korrosion führen, wenn die Edelstahlteile danach nicht ausreichend und fachgerecht gereinigt werden, sodass sich die Passivschicht erneuern kann. Wie bei allen chemischen Reaktionen ist auch die Temperatur ein entscheidender Faktor: Höhere Wassertemperaturen beschleunigen den Angriff zusätzlich.
Schäden durch dauerhaft falsche Wasserchemie, etwa Lochfraß entlang von Schweißnähten, fallen nicht unter die Gewährleistung des Beckenherstellers. Die Pflege beginnt deshalb nicht erst mit dem Putztuch, sondern mit der konsequenten Einhaltung der Wasserwerte in der Wasseraufbereitung.
Wasserwerte als erster Korrosionsschutz
Das Edelstahlbecken ist dauerhaft korrosionsfrei, wenn die chemischen Parameter des Beckenwassers eingehalten werden. Die folgenden Sollbereiche entsprechen den Anforderungen der DIN 19643 für die Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser und sind die wichtigste tägliche Pflegemaßnahme überhaupt:
| Parameter | Sollbereich | Kritische Grenze | Folge bei Überschreitung |
|---|---|---|---|
| pH-Wert | 7,0 bis 7,6 | unter 6,8 / über 7,8 | pH unter 6,8: Säureangriff auf die Passivschicht; pH über 7,8: Kalkausfällung |
| Freies Chlor | 0,3 bis 0,6 mg/l | dauerhaft über 0,8 mg/l | erhöhtes Lochfraßrisiko, vor allem bei niedrigem pH-Wert |
| Chlorid-Gesamtgehalt | unter 300 mg/l | über 600 mg/l | erhöhtes Lochfraßrisiko an den Schweißnähten |
| Redoxpotential | 700 bis 750 mV | – | Indikator für die Desinfektionswirksamkeit |
| Calcit-Sättigungsindex | 0 bis +0,3 | unter −0,3 | korrosiv wirkendes Wasser; über +0,5 droht Kalkausfällung |
Wer diese Werte regelmäßig kontrolliert und nachjustiert, schützt seine Edelstahloberflächen wirksamer als mit jedem Reinigungsmittel. Bei FKB beraten wir Sie persönlich, wie Sie Messung und Dosierung für Ihr Becken zuverlässig automatisieren.
Richtige Reinigung der Edelstahloberfläche
Grundsätzlich sollten alle Edelstahlteile in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Ablagerungsstoffe können einfach mit Wasser aus der Trinkwasserversorgung abgespült werden. Handelsübliche Haushaltsreiniger, die für Edelstahl geeignet sind, wie zum Beispiel das flüssige Stahlfix, können gefahrlos in Verbindung mit einem weichen Tuch oder Schwamm eingesetzt werden. Ist eine Reinigung der Edelstahlteile mit Zusatzmitteln, etwa unter Wasser, nicht möglich, so reinigen Sie die Oberflächen durch einfaches Abreiben. So beugen Sie einer Belagbildung und einer möglichen Zerstörung der Passivschicht zumindest vor.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Wasserlinie. Hier sammeln sich Kalkflecken sowie Fett- und Sonnencreme-Rückstände, die das Erscheinungsbild trüben und Anlagerungen begünstigen. Eine regelmäßige Reinigung dieses Bereichs hält die Oberfläche dauerhaft glänzend. Elektropolierte Oberflächen sind dabei im Vorteil: Sie sind mikroskopisch glatter, neigen weniger zu Anlagerungen und lassen sich dadurch leichter sauber halten.
| Erlaubt | Zu unterlassen |
|---|---|
| pH-neutrale Edelstahlreiniger (z. B. flüssiges Stahlfix) | salzsäurehaltige Reinigungsmittel |
| weiches Tuch, Mikrofasertuch oder weicher Schwamm | Scheuermittel und Stahlwolle (zerkratzen die Passivschicht) |
| weiche Bürsten für hartnäckige Beläge | konzentrierte chlorhaltige Reiniger |
| Abspülen mit Trinkwasser | Reiniger im Bereich frischer, noch nicht passivierter Schweißnähte |
Scheuermittel und Stahlwolle hinterlassen feine Kratzer, in denen sich Schmutz festsetzt und die der schützenden Chromoxid-Schicht den Halt nehmen. Salzsäure und konzentrierte chlorhaltige Reiniger greifen die Passivschicht direkt an. Werden solche Mittel dennoch versehentlich eingesetzt, spülen Sie die Fläche sofort gründlich mit Trinkwasser nach, damit sich die Passivschicht in Gegenwart von Sauerstoff erneuern kann.
Besonderheit bei Salzanlagen
Salzelektrolyseanlagen erzeugen das Desinfektionsmittel direkt im Wasser und reichern dabei kontinuierlich Chlorid-Ionen an. Da gerade der Chloridgehalt für Edelstahl kritisch ist, empfiehlt FKB beim Betrieb mit Salzanlage eine vollständige Wasseranalyse alle vier Wochen. So lässt sich rechtzeitig erkennen, ob der Gesamtchloridgehalt dem Grenzwert von unter 300 mg/l noch genügt, und gegebenenfalls durch teilweisen Wasserwechsel gegensteuern.
Flugrost richtig einordnen
Nicht jeder rostbraune Schleier auf einer Edelstahloberfläche bedeutet, dass der Edelstahl selbst rostet. Häufig handelt es sich um sogenannten Flug- oder Fremdrost: feinste Eisenpartikel von außen, etwa von Stahlwolle, Werkzeugen, Bewehrungsstahl auf der Baustelle oder eisenhaltigem Füllwasser, die sich auf der Oberfläche festsetzen und dort selbst korrodieren. Bleibt dieser Fremdrost liegen, kann er die Passivschicht örtlich verletzen und echte Korrosion einleiten.
Fremdrost lässt sich im Frühstadium problemlos mit einem geeigneten Edelstahlreiniger und einem weichen Tuch entfernen. Wichtig ist, dass auf der Baustelle und bei späteren Arbeiten kein Werkzeug aus unlegiertem Stahl mit den Edelstahlflächen in Kontakt kommt und keine Stahlwolle verwendet wird. Schon diese einfache Trennung normaler und nichtrostender Stähle verhindert die meisten optischen Rostprobleme an Becken und Einbauteilen. Die werkseitige Oberfläche wird übrigens fein geschliffen (Schliff K240) und nach dem Schweißen gebeizt und passiviert, damit die Chromoxid-Schicht von Anfang an vollständig ausgebildet ist.
Pflege im Jahresverlauf
Vor dem Einwintern sollte der pH-Wert auf 7,0 bis 7,4 eingestellt und der Beckenboden gründlich abgesaugt werden. Wasserführende Einbauteile werden entleert und mit Stopfen verschlossen, damit kein stehendes, aufkonzentriertes Wasser an den Oberflächen verbleibt. Über die Saison hinweg gilt: lieber kurz und regelmäßig reinigen als selten und intensiv. Eine intakte Passivschicht ist die beste Versicherung gegen Korrosion, und sie kostet nichts außer ein wenig Routine.
Weitere Hinweise zu Materialien und Verarbeitung finden Sie in unserer Übersicht zu Einbauteilen und zu den Eigenschaften und Materialien der einzelnen Bauteilfamilien.
Fragen & Antworten: Pflegeanleitung für Edelstahl
-
Wie pflegt oder wartet man Pflegeanleitung für Edelstahl?
Für eine lange Lebensdauer braucht Pflegeanleitung für Edelstahl regelmäßige Reinigung, Sichtkontrolle und eine fachgerechte Nutzung. Zusätzlich sollten Verschleißteile, Dichtungen oder elektrische Komponenten regelmäßig kontrolliert werden. -
Was findet man in der Kategorie Pflegeanleitung für Edelstahl?
In der Kategorie Pflegeanleitung für Edelstahl finden Sie passende Produkte und Zubehör für den jeweiligen Einsatzbereich. Einfache Tipps zur Reinigung und Pflege von Edelstahl im Schwimmbad für dauerhaften Korrosionsschutz. -
Wie wird die Wasserqualität bei Pflegeanleitung für Edelstahl sichergestellt?
Natürlich spielen die Chlor-Grenzwerte im Schwimmbadwasser bei der Korrosion von Edelstahl eine große Rolle. -
Für wen ist Pflegeanleitung für Edelstahl besonders interessant?
Geeignet ist Pflegeanleitung für Edelstahl besonders für private und gewerbliche Anwender. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt von Nutzung, Platzangebot, technischer Ausstattung und Budget ab.