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Einen älteren Ferienhaus-Pool sanieren
Die meisten Ferienhäuser an der Adria und auf Mallorca, die heute den Besitzer wechseln oder in die Vermietung gehen, haben schon einen Pool. Gebaut in den 1990er- oder 2000er-Jahren, Beton mit Folie oder Fliesen, ein Sandfilter im Schacht, eine Pumpe mit 1,5 kW im Dauerlauf, Chlortabletten im Schwimmer, eine Zeitschaltuhr und ein Sicherungskasten, den man lieber nicht öffnet. Das Becken selbst ist meist in Ordnung; ein gut gebauter Betonkörper hält 50 Jahre und mehr. Alles darum herum hat sein Alter erreicht: Folien halten je nach Typ 10 bis 15 Jahre, Fliesenoberflächen 20 bis 30, Gelcoat auf GFK 15 bis 20, Pumpen 10 bis 15, Filterbehälter und Ventile 15 bis 20, und die Elektroinstallation von damals entspricht keinem heutigen Schutzbereich.
Die Sanierung eines solchen Beckens ist in der Regel deutlich günstiger als ein Neubau und braucht meist acht bis zwölf Wochen Nebensaison, je nach Befund, Genehmigung und Witterung. Sie lohnt sich fast immer, wenn der Beckenkörper tragfähig ist und sich nicht mehr bewegt; sie lohnt sich nicht, wenn das Becken aktiv arbeitet, auf verrutschtem Boden steht oder die Hydraulik so unterdimensioniert ist, dass sie neu gebaut werden müsste. Diese Seite beschreibt, was wir bei der Bestandsaufnahme prüfen, in welcher Reihenfolge saniert wird, welche Technik ein vermietetes Haus heute braucht und wo die Grenze zum Neubau liegt. Sie gehört zum Konzept Ferienhaus-Pool mit Fernwartung.
Ein Punkt vorweg, weil er am Ferienhaus über allem steht: Die Elektroinstallation kommt zuerst. Ein 25 Jahre alter Pool ohne Fehlerstromschutz, ohne Potentialausgleich der Einbauteile und mit Steckdosen im Schutzbereich ist ein Sicherheitsrisiko für jeden Gast, ganz gleich, wie schön die neue Folie ist. Wir sanieren keine Technik, ohne die Elektrik auf den heutigen Stand zu bringen.
Bestandsaufnahme: was wir prüfen, bevor wir etwas anbieten
Am Anfang steht ein Besuch am Becken, mit Fotos, Messungen und einem Blick in den Technikschacht. Wir prüfen den Beckenkörper auf Risse, Hohlstellen und Setzungen, die Abdichtung auf Alter und Zustand, die Einbauteile auf Korrosion, die Verrohrung auf Material und Querschnitt, die Filteranlage auf Größe und Zustand, die Pumpe auf Leistung und Stromaufnahme, die Elektroinstallation auf Fehlerstromschutz, Potentialausgleich und Leitungsführung, und den Wasserverlust: Verliert ein Becken mehr als die Verdunstung erklärt, im Sommer an der Küste je nach Wind und Abdeckung 5 bis 15 mm am Tag, gibt es ein Leck; der Eimertest trennt beides, und das Leck wird vor jeder anderen Maßnahme gefunden. Aus der Bestandsaufnahme entsteht eine Liste mit drei Spalten: muss, sollte, kann.
| Bauteil | Typische Lebensdauer | Woran man das Ende erkennt | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| Folienauskleidung | 10 bis 15 Jahre | Falten, spröde Stellen, Ausbleichen, Wasserverlust | neue Folie, 1,5 mm, mit neuen Flanschen der Einbauteile |
| Fliesen und Mosaik | 20 bis 30 Jahre | Hohlstellen, lose Fliesen, Fugenverlust | Teilsanierung oder Neuverfliesung mit Abdichtung darunter |
| Gelcoat auf GFK | 15 bis 20 Jahre | Kreiden, Bläschen, Risse | Gelcoat erneuern oder Beschichtung |
| Filterpumpe | 10 bis 15 Jahre | Lärm, Leckage an der Wellendichtung, hohe Stromaufnahme | drehzahlgeregelte Pumpe, 50 bis 70 Prozent weniger Strom |
| Filterbehälter und Ventil | 15 bis 20 Jahre | Risse, undichtes Mehrwegeventil | neuer Behälter, Filterglas statt Sand |
| Einbauteile | Edelstahl 20 bis 30 Jahre, Kunststoff 15 bis 25 Jahre | Korrosion, Risse an Kunststoffteilen, undichte Flansche | Edelstahl 1.4404/1.4571 oder neue Kunststoffteile |
| Elektroinstallation | je nach Stand | kein Fehlerstromschutz, kein Potentialausgleich, Steckdosen am Becken | Neuinstallation nach heutigen Schutzbereichen, zuerst |
Die Reihenfolge: Elektro, Becken, Technik, Ausstattung
Saniert wird von innen nach außen und von der Sicherheit zur Ausstattung. Zuerst die Elektrik: eigener Stromkreis für die Pooltechnik mit Fehlerstromschutz, Potentialausgleich an allen metallischen Einbauteilen, Betriebsmittel nach den Schutzbereichen der DIN VDE 0100-702, die bis 3,5 m vom Beckenrand reichen, ein Schaltschrank im Technikraum, in dem später die Steuerung sitzt; Planung, Ausführung und dokumentierte Prüfung übernimmt eine Elektrofachkraft nach den Vorschriften vor Ort. Dann das Becken: Bei Folienbecken werden die alten Einbauteile ausgebaut oder mit neuen Flanschen versehen, der Untergrund wird geprüft und ausgebessert, die neue Folie eingezogen; bei Fliesenbecken wird die Abdichtung unter den Fliesen erneuert, wo sie versagt hat, und dann neu verfliest. Dann die Technik: Pumpe, Filter, Verrohrung, Dosierung, Steuerung, gegebenenfalls Wärmepumpe. Zuletzt die Ausstattung: Abdeckung, Beleuchtung, Beckenrandsteine, Terrasse.
Der häufigste Fehler in dieser Reihenfolge ist, mit der Folie anzufangen, weil sie das ist, was man sieht. Wer die Folie erneuert und die Einbauteile lässt, hat in fünf Jahren undichte Flansche unter einer neuen Folie. Wer die Technik erneuert und die Elektrik lässt, hat eine moderne Steuerung an einer unsicheren Installation. Wir bauen deshalb in einer Reihenfolge, die jedes Bauteil nur einmal anfasst.
Die Technik, die ein vermietetes Haus heute braucht
Der alte Technikschacht wird bei der Sanierung zum Technikraum eines Ferienhaus-Pools, wie ihn die Übersichtsseite beschreibt. Eine drehzahlgeregelte Pumpe läuft die meiste Zeit mit halber Drehzahl, weil die Leistungsaufnahme mit der dritten Potenz der Drehzahl fällt, und braucht im Jahresvergleich 50 bis 70 Prozent weniger Strom als die alte Pumpe im Dauerlauf; bei den Strompreisen an der Adria oder auf Mallorca amortisiert sich das schnell. Filterglas mit 0,5 bis 1,0 mm Körnung filtert mit 15 bis 30 µm deutlich feiner als Sand mit 30 bis 50 µm, braucht weniger Rückspülwasser und wird erst nach fünf bis sieben Jahren gewechselt. Die Umwälzung wird neu gerechnet: Beckenvolumen geteilt durch sechs Stunden ergibt die Mindestleistung, aus der Filterbehälter und Pumpe folgen; bei einem Becken von 8 × 4 × 1,5 m sind das 48 m³ und 8 m³/h.
Dazu kommen automatische Messung und Dosierung für pH-Wert und Desinfektion, eine Steuerung mit App und Fernzugriff, Nachspeisung über Niveausensor und eine Sicherheitsabdeckung nach EN 16582, wo die Beckenform sie zulässt. Was diese Bausteine leisten, steht auf den Seiten Fernüberwachung und Fernwartung und kindersichere Poolabdeckung. Eine Wärmepumpe ist bei der Sanierung die einfachste Ergänzung, weil der Bypass ohnehin neu verrohrt wird; die Auslegung beschreibt die Seite Wärmepumpe am Ferienhaus.
Wo die Sanierung endet und der Neubau beginnt
Drei Befunde sprechen gegen die Sanierung. Erstens ein Becken, das sich noch bewegt, insbesondere an Hanglagen mit aktiven Setzungen; ruhende Risse lassen sich unter einer neuen Folie überbrücken, aktive nicht. Zweitens ein GFK-Becken mit großflächigen Osmoseblasen im Laminat; kleinere Schäden repariert ein GFK-Fachbetrieb, bei flächigem Befall ist die Reparatur nicht mehr wirtschaftlich. Drittens eine Hydraulik, deren Einbauteile und Verrohrung so unterdimensioniert oder so verlegt sind, dass eine moderne Umwälzung nicht durch die vorhandenen Leitungen passt; dann wird das Becken ohnehin geöffnet, und der Neubau ist oft der ehrlichere Weg. In allen drei Fällen sagen wir das nach der Bestandsaufnahme, mit Fotos und Messwerten, nicht nach dem Bauchgefühl.
Dazwischen liegt der häufigste Fall: Becken in Ordnung, Abdichtung am Ende, Technik von damals. Dafür ist die Sanierung gemacht, und sie passt in eine Nebensaison. Der Ablauf beginnt mit der Bestandsaufnahme im Sommer, wenn Sie vor Ort sind, die Ausführung liegt zwischen Oktober und März, Ziel ist die Übergabe vor dem ersten Gast. In Kroatien läuft das über unseren Service FKB Adria im Raum Šibenik; die Leistung dort beschreibt Pooltechnik und Sanierung auf pool-bauen-kroatien.de, die Rahmenbedingungen die Seite Pool am Ferienhaus in Kroatien.
Weiterführend
Die Grundlagen der Beckensanierung, von der Folienauskleidung bis zur Fliesensanierung, stehen in unserem Infoportal unter Schwimmbeckensanierung und Folienauskleidung; die Filtertechnik unter Filtertechnik und die Pumpen unter Pumpen. Zur Lecksuche vor der Sanierung hilft der Ratgeber Wasserverlust im Pool: Eimertest und Leck finden.
Die Themen der Ferienhaus-Pool-Reihe
Beratung zur Sanierung
Schicken Sie uns Fotos vom Becken und vom Technikschacht. Wir sagen Ihnen, was erneuert werden muss, was warten kann und ob die Sanierung dem Neubau vorzuziehen ist.
Fragen & Antworten: Ferienhaus-Pool sanieren
- Lohnt sich die Sanierung eines 25 Jahre alten Pools?
Fast immer, wenn der Beckenkörper tragfähig ist und sich nicht mehr bewegt; ein gut gebauter Betonkörper hält 50 Jahre und mehr. Erneuert werden Abdichtung, Einbauteile, Technik und Elektrik. Gegen die Sanierung sprechen aktive Setzungen, großflächige Osmoseschäden im GFK-Laminat und eine Hydraulik, durch deren Leitungen keine moderne Umwälzung passt. - Womit fängt die Sanierung an?
Mit der Elektroinstallation: eigener Stromkreis mit Fehlerstromschutz, Potentialausgleich der Einbauteile, Betriebsmittel nach den Schutzbereichen um das Becken, geplant und geprüft von einer Elektrofachkraft. Danach Becken, Technik, Ausstattung. Wer mit der Folie anfängt, fasst später alles ein zweites Mal an. - Wie lange dauert die Sanierung?
Meist acht bis zwölf Wochen in der Nebensaison zwischen Oktober und März, je nach Befund, Genehmigung und Witterung, mit Bestandsaufnahme im Sommer davor und dem Ziel, vor dem ersten Gast zu übergeben. In vielen Küstengemeinden sind laute Arbeiten in der Hauptsaison ohnehin untersagt. - Was bringt die neue Technik an Betriebskosten?
Eine drehzahlgeregelte Pumpe braucht im Jahresvergleich 50 bis 70 Prozent weniger Strom als eine alte Pumpe im Dauerlauf, Filterglas spart Rückspülwasser und wird erst nach fünf bis sieben Jahren gewechselt, die automatische Dosierung spart Chemie, weil sie nach Bedarf statt nach Zeitplan dosiert. - Woran erkenne ich, dass die Folie am Ende ist?
Falten, spröde und ausgeblichene Stellen, feine Risse an den Flanschen und ein Wasserverlust, der über die Verdunstung hinausgeht; der Eimertest zeigt den Unterschied. Vor der Erneuerung wird ein Leck immer erst gesucht, damit die neue Folie nicht auf einem undichten Einbauteil sitzt. - Kann bei der Sanierung eine Wärmepumpe und eine Abdeckung dazukommen?
Ja, und der Zeitpunkt ist günstig: Der Bypass für die Wärmepumpe wird mit der neuen Verrohrung gesetzt, die Abdeckung wird auf das Becken abgestimmt. Eine Unterflurlösung braucht einen Schacht am Beckenkopf; sonst kommt eine Oberflurabdeckung oder eine Plane in aufgesetzten Schienen. - Wer führt die Sanierung in Kroatien aus?
Unser Service FKB Adria im Raum Šibenik: Bestandsaufnahme, Planung, Technik, Abdichtung und Inbetriebnahme mit eigenen Monteuren, Rohbauarbeiten mit einem Betrieb vor Ort. Auf Mallorca nach demselben Ablauf über die Beratung hier auf der Hauptseite.