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Wärmepumpe am Ferienhaus: Badesaison verlängern
Die Badesaison an der Adria oder auf Mallorca ist länger als in Sachsen, aber kürzer, als die Prospekte glauben machen. Im Mai hat das Meer 17 °C und ein unbeheizter Pool 20 °C, im Oktober liegt beides wieder dort. Die Monate, in denen ein Ferienhaus am besten vermietet ist, Ostern, Pfingsten, Mai, Juni, September, Oktober, sind genau die Monate, in denen der Pool ohne Heizung zu kalt ist. Eine Wärmepumpe macht aus vier sicheren Sommermonaten je nach Standort sieben bis acht Monate mit 26 bis 28 °C Wassertemperatur; mit Abdeckung reicht das als Planungsziel von Mitte April bis in den November.
Die Technik dahinter ist bekannt: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Wärme und überträgt sie über einen Wärmetauscher an das Beckenwasser. Aus einer Kilowattstunde Strom werden je nach Lufttemperatur drei bis fünf Kilowattstunden Wärme, im Fachbegriff ein COP von 3 bis 5. Am Ferienhaus kommen drei Fragen hinzu, die zu Hause nachrangig sind: Wie groß muss das Gerät sein, damit es zwei Tage vor der Anreise der Gäste ein kaltes Becken aufheizt? Wie leise darf es sein, wenn die nächste Terrasse zehn Meter entfernt liegt? Und was passiert mit dem Gerät in den Wintermonaten, in denen niemand da ist?
Diese Seite beantwortet die drei Fragen mit den Zahlen aus unserem Planungsleitfaden und zeigt, warum wir am Ferienhaus grundsätzlich Full-Inverter-Geräte einsetzen, die ihre Leistung stufenlos anpassen, im Sommer auch kühlen und sich über die Poolsteuerung aus der Ferne schalten lassen. Sie gehört zum Konzept Ferienhaus-Pool mit Fernwartung.
Auslegung: die passende Wärmepumpe, nicht die größte
Zwei Rechnungen bestimmen die Größe. Die Erhaltungsleistung gleicht die laufenden Wärmeverluste aus, von denen rund zwei Drittel auf die Verdunstung entfallen und der größte Teil des Rests auf Abstrahlung und Wind an der Oberfläche; eine geschlossene Abdeckung senkt die Verdunstungsverluste um 70 bis 90 Prozent und ist deshalb Voraussetzung jeder wirtschaftlichen Auslegung. Die Aufheizleistung bestimmt, wie schnell ein kaltes Becken auf Solltemperatur kommt. Die Formel ist einfach: Leistung in kW = Beckeninhalt in Litern × 1,163 Wh je Liter und Kelvin × Temperaturdifferenz in Kelvin, geteilt durch die Aufheizzeit in Stunden und durch 1.000. Für ein Becken mit 30 m³, das von 18 auf 28 °C kommen soll, in 48 Stunden, ergibt das rund 7,3 kW reine Aufheizleistung; mit dem Reservefaktor 1,2 bis 1,3 sind es 9 bis 9,5 kW, dazu kommen die Erhaltungsverluste während des Aufheizens, sodass man bei 10 bis 12 kW Gerätegröße landet.
| Beckengröße | Volumen | Empfohlene Heizleistung | Aufheizzeit (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| klein, bis 4 × 8 m | bis 30 m³ | 8 bis 12 kW | 48 bis 72 Stunden |
| mittel, 4 × 8 bis 4 × 12 m | 30 bis 60 m³ | 12 bis 18 kW | 48 bis 72 Stunden |
| groß, ab 5 × 12 m | 60 bis 100 m³ | 18 bis 25 kW | 48 bis 72 Stunden |
| Sonderform, Infinity mit Auffangbecken | über 100 m³ | 25 bis 40 kW | 48 bis 96 Stunden |
Ein Wert, der in Datenblättern gern übersehen wird: Die Nennleistung einer Wärmepumpe gilt bei 15 °C Lufttemperatur und 26 °C Wassertemperatur. Bei 10 °C Luft, also an einem Aprilmorgen in Dalmatien, sinkt die Leistung um etwa 20 Prozent. Wer die Saison wirklich im April beginnen will, rechnet mit den Bedingungen des Aprils, nicht mit denen des Prospekts. Umgekehrt ist größer nicht besser: Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet, ein Full-Inverter-Gerät, das mit 20 Prozent Leistung durchläuft, hält die Temperatur ruhiger und billiger.
Full-Inverter: Leistung nach Bedarf, Lärm nach Uhrzeit
Klassische Wärmepumpen kennen zwei Zustände, volle Leistung oder aus. Ein Full-Inverter-Gerät moduliert seinen Kompressor stufenlos, bei unserer Fairland XP26 laut Datenblatt im Smart-Modus zwischen 20 und 100 Prozent, im Turbo-Modus bis 130 Prozent, wenn ein kaltes Becken schnell aufgeheizt werden soll. Das Becken wird auf Temperatur gehalten statt ständig nachgeheizt, was Verbrauch und Verschleiß senkt. Für das Ferienhaus zählt außerdem der Silence-Modus für die Nacht: Die Leistung wird auf 20 bis 60 Prozent begrenzt, und die XP26 arbeitet dann laut Hersteller ab 37,9 dB(A) in einem Meter Abstand, leiser als ein Kühlschrank. In einer Ferienanlage, in der die nächste Terrasse zehn Meter entfernt liegt, ist das kein Komfortmerkmal, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Heizung nachts laufen kann; was am Standort zulässig ist, regeln die örtlichen Lärmvorschriften.
Ein zweiter Punkt, der im Süden wichtiger ist als zu Hause: Kühlen. Im Juli und August erreicht ein flaches Becken an der Adria 32 °C und mehr, das Wasser ist dann weder erfrischend noch hygienisch einfach, weil die Chlorzehrung mit jedem Grad steigt. Eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion und automatischer Umschaltung hält das Wasser bei 28 °C, in beide Richtungen. Das Kältemittel R290 mit einem Treibhauspotenzial von 0,02 erfüllt laut Hersteller die ab 2027 verschärften Kältemittelvorgaben der EU für diese Geräteklasse; ein Titan-Wärmetauscher verträgt chlor- und salzhaltiges Wasser, was für Becken mit Salzelektrolyse und für die Küstenlage zählt. Weitere Geräte und Größen finden Sie in unserem Sortiment unter Pool-Wärmepumpen.
Aufstellung: Abstand, Luft, Strom
Eine Wärmepumpe braucht Luft, viel Luft. Sie saugt auf der Rückseite an und bläst vorn kalt aus; wer sie in eine Nische stellt, lässt sie ihre eigene Kaltluft ansaugen, und die Leistung bricht ein. Die Abstände gibt die Montageanleitung des Geräts vor, als Richtwert mindestens 30 cm zur Wand hinter dem Gerät und drei bis vier Meter freier Raum vor dem Ausblas. Zum Becken hält sie Abstand, aus zwei Gründen: Die Elektroinstallation um ein Schwimmbecken ist nach DIN VDE 0100-702 in Schutzbereiche eingeteilt, die bis 3,5 m vom Beckenrand reichen, und der Ausblas kalter Luft über das Wasser kühlt genau das, was die Pumpe heizt. In der Praxis steht das Gerät an der Hauswand oder in einer Technikecke außerhalb der Schutzbereiche, auf einem Sockel, über eine Bypass-Verrohrung in den Filterkreislauf eingebunden und an einem eigenen, mit Fehlerstromschutz gesicherten Stromkreis; Planung und Prüfung der Elektroinstallation übernimmt eine Elektrofachkraft nach den Vorschriften vor Ort.
Der Bypass ist am Ferienhaus mehr als ein Detail. Er erlaubt, den Durchfluss durch die Wärmepumpe auf den Wert einzustellen, den das Gerät braucht, und die Pumpe bei Wartung oder Winterentleerung vom Kreislauf zu trennen, ohne das Becken abzuschalten. Dazu kommt die Heizpriorität in der Poolsteuerung: Sie lässt die Filterpumpe so lange laufen, wie die Wärmepumpe Wärme liefert, auch außerhalb der Filterzeiten.
Wintermonate: entleeren oder frostfrei halten
An der Adria fällt die Temperatur in einzelnen Winternächten unter null, im Hinterland häufiger als an der Küste; auf Mallorca ist Frost in Küstenlagen selten, in der Serra de Tramuntana nicht. Eine Wärmepumpe, die im Stillstand mit Wasser gefüllt ist, nimmt bei Frost Schaden am Wärmetauscher. Zwei Wege sind üblich: Bei längerer Abwesenheit im Winter wird das Gerät entleert und vom Kreislauf getrennt, eine Sache von zehn Minuten beim letzten Besuch im Herbst. Oder das Gerät bleibt in Betrieb, wenn der Hersteller den Winterbetrieb freigibt: Seine Frostschutzfunktion schützt den Wärmetauscher, solange Strom und Durchfluss gesichert sind, die Poolsteuerung übernimmt dann die Pumpe, und alle nicht durchströmten oder exponierten wasserführenden Teile werden entleert; Dämmung ist nur eine Ergänzung, kein Frostschutz. Bei Stromausfall greift das nicht, deshalb gehört zum Winterbetrieb ein Ausfallplan. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob der Pool im Winter überhaupt läuft. Die Übergangszeit hat eine Besonderheit, die Gäste erschreckt: Zwischen 2 und 12 °C Lufttemperatur und hoher Luftfeuchte vereist der Verdampfer, das Gerät taut ihn regelmäßig ab und kann dabei einige Minuten dampfen. Das ist kein Defekt. Wie der Winterbetrieb insgesamt aussieht, steht auf der Seite Überwintern und Saisonstart aus der Ferne.
Weiterführend
Die Grundlagen zu Heizsystemen, Wärmeverlusten und Auslegung stehen in unserem Infoportal unter Wärmepumpen und Schwimmbadheizung. Die Abdeckung, ohne die keine Heizung wirtschaftlich ist, beschreibt die Seite kindersichere Poolabdeckung; die Fernschaltung der Heizung vor der Anreise die Seite Fernüberwachung und Fernwartung. Für Kroatien: Wärmepumpe auf pool-bauen-kroatien.de.
Die Themen der Ferienhaus-Pool-Reihe
Beratung zur Wärmepumpe
Wir rechnen die Heizleistung aus Beckenvolumen, Abdeckung, Windlage und gewünschter Aufheizzeit, bevor wir ein Gerät vorschlagen.
Fragen & Antworten: Wärmepumpe am Ferienhaus-Pool
- Wie groß muss die Wärmepumpe für mein Ferienhaus-Becken sein?
Als Richtwert 8 bis 12 kW bis 30 m³, 12 bis 18 kW bis 60 m³, 18 bis 25 kW bis 100 m³, jeweils mit Abdeckung. Die Nennleistung gilt bei 15 °C Luft; im April in Dalmatien rechnen wir 20 Prozent weniger. Wir legen das Gerät auf die Aufheizzeit aus, die Sie vor der Anreise Ihrer Gäste brauchen. - Wie lange dauert das Aufheizen vor der Anreise?
Bei 30 m³, 12 kW und 10 Kelvin Temperaturhub unter realen Bedingungen mit Verlusten und kühlen Nächten etwa zwei Tage; rechnerisch ohne Verluste wären es rund 29 Volllaststunden. Mit der Poolsteuerung schalten Sie die Heizung aus der Ferne rechtzeitig ein; die Abdeckung bleibt dabei geschlossen. - Wie laut ist die Wärmepumpe nachts?
Ein Full-Inverter-Gerät im Silence-Modus läuft mit 20 bis 60 Prozent Leistung; unsere XP26 erreicht dann laut Hersteller ab 37,9 dB(A) in einem Meter Abstand, leiser als ein Kühlschrank. In dichter bebauten Ferienanlagen ist das der Modus für die Nacht; was zulässig ist, regeln die Lärmvorschriften vor Ort. - Kann die Wärmepumpe im Hochsommer auch kühlen?
Ja, Geräte mit Kühlfunktion und Auto-Modus halten das Wasser bei der Solltemperatur in beide Richtungen. An der Adria erreicht ein flaches Becken im August sonst über 32 °C, was Erfrischung und Wasserpflege erschwert. - Wo wird die Wärmepumpe aufgestellt?
An der Hauswand oder in einer Technikecke, nach Montageanleitung mindestens 30 cm hinter dem Gerät frei und drei bis vier Meter vor dem Ausblas, außerhalb der elektrischen Schutzbereiche um das Becken, die nach DIN VDE 0100-702 bis 3,5 m vom Beckenrand reichen, mit Bypass in den Filterkreislauf und eigenem Stromkreis mit Fehlerstromschutz, geplant und geprüft von einer Elektrofachkraft. - Was passiert mit der Wärmepumpe im Winter, wenn niemand da ist?
Entweder wird sie beim letzten Besuch im Herbst entleert, Vor- und Rücklauf eingeschlossen, und vom Kreislauf getrennt, oder sie bleibt in Betrieb, wenn der Hersteller das freigibt und Strom und Durchfluss gesichert sind; dann schützt die Frostschutzfunktion den Wärmetauscher, während die Poolsteuerung die Pumpe bei Frostgefahr laufen lässt. Ein gefülltes Gerät im Stillstand nimmt bei Frost Schaden. - Die Wärmepumpe dampft, ist sie kaputt?
Nein. Zwischen 2 und 12 °C Lufttemperatur und hoher Luftfeuchte vereist der Verdampfer; das Gerät taut ihn regelmäßig ab und kann dabei einige Minuten dampfen. Das ist der normale Abtaumodus in der Übergangszeit.