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Mess- und Regeltechnik im Schwimmbad
Mess-, Regel- und Dosiersysteme übernehmen im privaten Schwimmbad die beiden zeitaufwendigsten Pflegeaufgaben automatisch: die Regulierung des pH-Werts und die Zugabe des Desinfektionsmittels. Waren solche Geräte früher störanfällig und teuer, arbeiten moderne Anlagen heute zuverlässig und sind für den Betreiber leicht zu bedienen. Der tägliche Aufwand sinkt deutlich, weil die regelmäßige manuelle Zugabe der Wasserpflegemittel entfällt und sich auch die Wasseranalytik reduziert.
Damit lassen sich die Kontroll- und Pflegemaßnahmen selbst über längere Zeiträume wie einen Urlaub auf ein Minimum begrenzen. Neben anderen Prozessen der Wasseraufbereitung wie Beckenwassererwärmung, Füllwassernachspeisung und Filterrückspülung können im Privatschwimmbad also auch Desinfektion und pH-Regulierung automatisiert werden. Eine Nachrüstung bestehender Anlagen ist mit geringem Aufwand möglich.
Eine genaue Dosierung entsprechend dem tatsächlichen Bedarf ist nur mit einer automatischen Mess- und Dosierstation erreichbar. Die Geräte sollten wartungsarm, einfach bedienbar und mit einer informativen Anzeige ausgestattet sein. Diese Seite erklärt, wie eine solche Anlage aufgebaut ist, wie das Regelprinzip funktioniert und welche Bauteile zusammenspielen.
Bitte beachten Sie: Die folgenden Hinweise sind allgemeingültig. Verbindlich ist immer die der Anlage beiliegende Installations- und Bedienungsanleitung des Herstellers. Bei der Auswahl und Auslegung der passenden Mess- und Regeltechnik für Ihr Becken beraten wir Sie gerne persönlich, telefonisch oder vor Ort.
Das Regelprinzip: messen, vergleichen, nachregeln
Als Regelung bezeichnet man einen Vorgang, bei dem die zu regelnde Größe, etwa der pH-Wert, fortlaufend gemessen, mit einem gewünschten Sollwert verglichen und über eine Steuereinrichtung dem Sollwert laufend angepasst wird. Im Schwimmbad bildet das Mess- und Regelgerät den Kern dieses geschlossenen Regelkreises: Es wertet die elektrischen Signale der Sensoren aus und steuert selbständig die einzelnen Dosierstationen beziehungsweise Dosierpumpen an. So bleibt das Beckenwasser ohne ständiges Eingreifen des Betreibers in der Sollkurve.
Geregelt werden im Privatpool typischerweise zwei Parameter: der pH-Wert (Sollbereich 7,0 bis 7,4) und das Desinfektionspotenzial, das über die Redox-Spannung in Millivolt erfasst wird. Beide Größen hängen voneinander ab, denn die Wirksamkeit des Chlors ist stark vom pH-Wert abhängig. Genau deshalb lohnt sich die automatische Regelung beider Werte im Verbund.
Aufbau einer Mess- und Dosieranlage
Die Dosierung der Chemikalien erfolgt in flüssiger Form. Die Produkte werden mit speziellen Dosierpumpen über Sauglanzen direkt aus dem Transportgebinde angesaugt und an Impfstellen dem Wasser in der Aufbereitungsanlage zugesetzt. Die Dosiermenge regelt das Gerät automatisch auf Basis der Messwerte. Für jede Chemikalie ist aus Sicherheitsgründen eine getrennte Dosierstrecke nötig. Üblicherweise werden die Komponenten anschlussfertig auf einer Wandmontageplatte ausgeliefert.
| Komponente | Funktion | Besonderheit |
|---|---|---|
| Mess- und Regelgerät | Kommandozentrale, wertet Sensorsignale aus und steuert die Dosierpumpen an | Sollwert-Vorgabe für pH und Redox |
| pH-Elektrode | Misst den pH-Wert über Glasmembran und Diaphragma | Muss ständig im Messwasser stehen |
| Redox-Elektrode | Erfasst die Desinfektionskapazität als mV-Wert | Indirektes Maß für die Chlorwirkung |
| Durchlaufarmatur / Durchlaufgeber | Nimmt die Sensoren auf und umspült sie mit Messwasser | Hält Glasmembran und Diaphragma dauerhaft nass |
| Dosierpumpen | Fördern pH-Minus und Desinfektionsmittel ins Wasser | Schlauch- oder Magnet-Membranpumpe |
| Sauglanzen mit Niveauabschaltung | Entnehmen die Chemie aus dem Gebinde, melden Leerstand | Schalten die Pumpe bei Minimalstand ab |
Das Regelgerät als Kommandozentrale
Das Mess- und Regelgerät setzt die elektrischen Signale der Sensoren um und steuert daraufhin selbständig die Dosierpumpen. Sowohl der pH-Wert als auch die Desinfektionsmittelzugabe lassen sich auf diese Weise automatisch regulieren. Wichtig ist eine klare, gut ablesbare Anzeige, damit der Betreiber jederzeit erkennt, ob die Werte im Sollbereich liegen und ob die Anlage störungsfrei arbeitet. Eine Leermeldung der Sauglanzen und eine Dosier-Zeitüberwachung gehören zu den sinnvollen Schutzfunktionen, die ein Überdosieren bei defektem Sensor verhindern.
Sensoren und Messwasserkreislauf
Die Sensoren ermitteln aus dem Schwimmbadwasser die relevanten Werte und setzen sie in ein elektrisches Signal um, das vom Regelgerät ausgewertet wird. Sie werden in den Durchlaufgeber geschraubt und ständig mit Messwasser umspült, damit der aktuell im Becken vorherrschende Wert zuverlässig erfasst wird. Die Durchlaufarmatur muss so konstruiert sein, dass die empfindlichen Teile der Elektroden, also Glasmembran und Diaphragma, ständig im Wasser bleiben, auch wenn die Armatur bei abgeschalteter Anlage nicht durchflossen wird.
Ein falsch verlegter Messwasserkreislauf führt zwangsläufig zu Funktionsstörungen, weil der Regeleinheit ein Wert vorgetäuscht wird, der mit der Realität im Becken nicht übereinstimmt. Die Messwasserleitung sollte aus Kunststoff bestehen (PE, PVC oder PP). Vorteilhaft ist die Installation des Messgeräts in unmittelbarer Nähe des Beckens, damit das Messwasser schnell zum Messfühler gelangt und die Anzeige dem tatsächlichen Beckenzustand möglichst genau folgt.
Dosierpumpen: Schlauch- oder Magnet-Membranpumpe
Als Dosierpumpen kommen Schlauchdosierpumpen oder Magnet-Membrandosierpumpen zum Einsatz. Im privaten Schwimmbad geht der Trend zur Schlauchdosierpumpe. Sie ist leicht zu warten, entlüftet sich selbsttätig und arbeitet auch bei kleinen Dosiermengen mit geringer Störanfälligkeit. Lediglich der Pumpenschlauch ist als Verschleißteil jährlich zu wechseln.
Die Gebinde mit den Pflegeprodukten stehen in separaten Lagerwannen. Die Entnahme erfolgt über Sauglanzen, die direkt in das Gebinde eingeschraubt werden und über eine Niveauabschaltung verfügen. Die Dosierleitungen bestehen aus widerstandsfähigem PTFE-Material. Damit sich die Chemie gut mit dem Beckenwasser vermischt, wird das Impfventil so in der Rohrleitung angebracht, dass es direkt im Wasserstrom sitzt. Das minimiert die Verstopfungsgefahr, dennoch sollten die Impfventile regelmäßig kontrolliert werden.
Sicherheitsregeln nach DIN 19643
Beim Anordnen der Impfstellen gelten klare Sicherheitsregeln. Um durch Ansäuern ein Zuwachsen der Chlor-Impfstelle zu verhindern, wird die pH-Impfstelle in Fließrichtung des Wassers vor der Chlor-Impfstelle installiert. Für die beiden Dosierstellen ist laut DIN 19643 ein Mindestabstand von 1,0 m einzuhalten, denn bei direkter Zusammenführung beider Chemikalien kann gesundheitsgefährdendes Chlorgas entstehen. Die Impfstellen müssen außerdem grundsätzlich in Fließrichtung nach dem Wärmetauscher und nach der Einbindung einer Solaranlage angeordnet werden, damit die Chemie nicht in temperaturempfindliche Bauteile gelangt.
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Fragen & Antworten: Mess- & Regeltechnik
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Was findet man in der Kategorie Mess- & Regeltechnik?
In der Kategorie Mess- & Regeltechnik finden Sie passende Produkte und Zubehör für den jeweiligen Einsatzbereich. Automatische Wasserpflege und Dosierung für Ihr privates Schwimmbad. -
In welchen Größen sind Mess- & Regeltechnik verfügbar?
In verschiedenen Standardgrößen und auf Anfrage auch als Sondermaß. Die genauen Abmessungen finden Sie in den jeweiligen Produktdetails. -
Welche Vorteile bietet Mess- & Regeltechnik?
Der Nutzen von Mess- & Regeltechnik liegt vor allem darin, eine passende Lösung für Einsatzbereich, Technik und vorhandene Anlage auswählen zu können. So lassen sich Funktion, Bedienkomfort und langfristige Zuverlässigkeit verbessern. -
Wie wird die Wasserqualität bei Mess- & Regeltechnik sichergestellt?
Neben anderen Prozessen, die an der Wasseraufbereitung beteiligt sind (wie Beckenwassererwärmung, Füllwassernachspeisung und Filterrückspülung), können in Privatschwimmbädern auch die.