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Wartung Mess- und Regeltechnik im Schwimmbad
Eine automatische Dosier- und Messstation übernimmt im Privatpool zwei der zeitintensivsten Pflegeaufgaben: die pH-Wert-Regulierung und die Desinfektionsmittelzugabe. Damit das System verlässlich arbeitet, müssen die Elektroden regelmäßig kalibriert und die mechanischen Verschleißteile turnusmäßig getauscht werden. Wir empfehlen unseren Kunden einen festen Wartungsrhythmus von vier Wochen für die Kalibration und einen Jahresservice für Schläuche, Filter und Dichtungen.
Der Aufwand dafür ist überschaubar, wenn er korrekt durchgeführt wird. Wird er versäumt, drohen Über- oder Unterdosierung der Wasserpflegemittel, im schlimmsten Fall starke pH-Wert-Absenkungen mit aggressiven Reaktionen an Beckenoberfläche und Einbauteilen. Diese Seite beschreibt den Aufbau einer typischen Dosieranlage, die Schritt-für-Schritt-Kalibration von pH- und Redox-Elektrode sowie alle wiederkehrenden Wartungsaufgaben.
Bitte beachten Sie: Die folgenden Hinweise sind allgemeingültig. Verbindlich ist immer die der Anlage beiliegende Installations- und Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers. Bei Unsicherheiten zur Bedienung Ihrer konkreten Mess- und Regelstation beraten wir Sie persönlich, telefonisch oder vor Ort.
Eine Nachrüstung bestehender Schwimmbadanlagen mit moderner Mess- und Dosiertechnik ist mit geringem Aufwand möglich und reduziert den täglichen Pflegeaufwand spürbar. Auch während längerer Abwesenheit (Urlaub) bleiben pH-Wert und Desinfektion in der Sollkurve, ohne dass jemand manuell nachdosieren muss.
Aufbau einer Mess- und Dosieranlage
Eine vollständige Privat-Dosieranlage besteht typischerweise aus sechs Hauptkomponenten, die meist anschlussfertig auf einer Wandmontageplatte ausgeliefert werden. Die folgende Übersicht zeigt die Bauteile und ihre Funktion:
| Komponente | Funktion | Verschleißteil | Wechselintervall |
|---|---|---|---|
| Mess- und Regelgerät | Kommandozentrale, wertet Sensorsignale aus und steuert Dosierpumpen | Display-Folie, Pufferbatterie | nach Bedarf, ca. 5 bis 7 Jahre |
| pH-Elektrode | Misst den pH-Wert über Glasmembran und Diaphragma | Elektrode komplett | 1 bis 3 Jahre, Kalibration alle 4 Wochen |
| Redox-Elektrode | Misst die Desinfektionskapazität (mV-Wert) | Elektrode komplett | 1 bis 3 Jahre, Drift-Prüfung alle 4 Wochen |
| Durchlaufarmatur | Hält die Elektroden ständig im Messwasser | Dichtringe, Filterscheibe | jährlich prüfen |
| Dosierpumpe (Schlauchpumpe) | Fördert pH-Minus und Desinfektionsmittel | Schlauchsatz | jährlich |
| Sauglanze mit Niveau-Sensor | Entnimmt Chemie aus dem Gebinde, meldet Leerstand | Saugkopf, Schlauchanschluss | 2 bis 3 Jahre |
Pro Chemikalie ist eine eigene Dosierstrecke erforderlich (eine für pH-Minus, eine für das Desinfektionsmittel). Aus Sicherheitsgründen müssen die beiden Impfstellen laut DIN 19643 einen Mindestabstand von 1,0 m in Fließrichtung halten. Eine direkte Zusammenführung beider Chemikalien kann zur Bildung von Chlorgas führen. Die pH-Impfstelle sitzt dabei immer vor der Chlor-Impfstelle, um ein Zuwachsen der Chlor-Impfstelle durch Ansäuern zu verhindern. Beide Impfstellen werden grundsätzlich nach dem Wärmetauscher und nach der Einbindung einer Solaranlage angeordnet.
Kalibration der pH-Elektrode
Die pH-Elektrode unterliegt einer natürlichen Alterung, auch bei sachgemäßer Handhabung. Wir empfehlen eine Kalibration im 4-Wochen-Takt und eine wöchentliche Vergleichsmessung mit einem externen Hand-Messgerät. Sie benötigen für die Kalibration zwei frische Pufferlösungen: pH 7 und pH 4.
| Schritt | Vorgang | Hinweis |
|---|---|---|
| 1 | Messwasserzelle vom Durchfluss trennen (beide Messwasserhähne schließen) | Vor jeder Elektrodenentnahme Pflicht |
| 2 | pH-Elektrode aus der Messwasserzelle herausschrauben, mit sauberem Tuch oder Küchenrolle trocken wischen | Niemals reiben, Diaphragma ist empfindlich |
| 3 | Kalibrationsmenü pH am Regelgerät öffnen (meist Punkt 3.1) | Anlagentypisch, Bedienungsanleitung beachten |
| 4 | Elektrode in Pufferlösung 7 halten, Kalibration Punkt 1 starten, Pufferzeit 15 bis 60 Sekunden abwarten | Elektrode danach trocken wischen |
| 5 | Elektrode in Pufferlösung 4 halten, Kalibration Punkt 2 starten, Pufferzeit 15 bis 60 Sekunden abwarten | Kalibration bestätigen oder speichern |
| 6 | Elektrode in die Messwasserzelle einsetzen und festschrauben | Dichtigkeit prüfen |
| 7 | Pufferlösungen sofort luftdicht verschließen | Geöffnete Puffer altern innerhalb weniger Wochen |
Kalibration der Redox-Elektrode
Nicht jede Dosieranlage lässt eine echte Kalibration der Redox-Elektrode zu. Bei diesen Geräten verschleißt die Elektrode lediglich in ihrer Spannungsausgabe. Den Zustand prüfen Sie dann manuell, indem Sie die Anzeige am Regler mit der Redox-Pufferlösung vergleichen. Beispiel: Pufferwert 475 mV, Anzeige nur noch 460 mV. Diese Differenz von 15 mV müssen Sie bei der laufenden RX-Einstellung berücksichtigen. Ab einer Differenz über 40 mV ist die Elektrode zu erneuern.
Bei kalibrierfähigen Anlagen läuft die Redox-Kalibration analog zur pH-Kalibration. Elektrode aus der Messwasserzelle schrauben, trocken wischen, in die Redox-Pufferlösung tauchen, Kalibrationsmenü Redox öffnen (meist Punkt 3.2), Kalibration starten, 15 bis 60 Sekunden Pufferzeit abwarten, Elektrode zurück in die Messwasserzelle einsetzen.
Messwasserkreislauf und Installation
Ein falsch verlegter Messwasserkreislauf führt zwangsläufig zu Funktionsstörungen, weil der Regeleinheit ein Wert vorgetäuscht wird, der mit der Realität im Schwimmbecken nicht übereinstimmt. Die Durchlaufarmatur muss so konstruiert sein, dass sich Glasmembran und Diaphragma der Elektroden ständig im Wasser befinden, auch wenn die Armatur bei abgeschalteter Anlage nicht durchflossen wird.
Die Messwasserleitung sollte aus Kunststoff bestehen (PE, PVC oder PP). Vorteilhaft ist die Installation des Messgeräts in unmittelbarer Nähe des Beckens, damit das Messwasser möglichst schnell den Messfühler erreicht. Die Dosierleitungen selbst sind aus widerstandsfähigem PTFE-Material gefertigt. Die Impfventile sitzen direkt im Wasserstrom in der Rohrleitung, so wird die Vermischung mit dem Beckenwasser maximiert und das Risiko des Verstopfens minimiert. Trotzdem sollten Sie die Impfventile mindestens einmal im Jahr kontrollieren.
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Fragen & Antworten: Wartung Mess- & Regeltechnik
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Wie pflegt oder wartet man Wartung Mess- & Regeltechnik?
Für eine lange Lebensdauer braucht Wartung Mess- & Regeltechnik regelmäßige Reinigung, Sichtkontrolle und eine fachgerechte Nutzung. Zusätzlich sollten Verschleißteile, Dichtungen oder elektrische Komponenten regelmäßig kontrolliert werden. -
In welchen Größen sind Wartung Mess- & Regeltechnik verfügbar?
In verschiedenen Standardgrößen und auf Anfrage auch als Sondermaß. Die genauen Abmessungen finden Sie in den jeweiligen Produktdetails. -
Was findet man in der Kategorie Wartung Mess- & Regeltechnik?
In der Kategorie Wartung Mess- & Regeltechnik finden Sie passende Produkte und Zubehör für den jeweiligen Einsatzbereich. Zuverlässige Wartung von Mess- und Regeltechnik für sauberes Schwimmbadwasser. -
Welche Technik ist bei Wartung Mess- & Regeltechnik wichtig?
Bei Wartung Mess- & Regeltechnik kommt es vor allem auf die passende technische Auslegung an. Entscheidend sind Leistung, Anschlussmaße, Energiebedarf und die Abstimmung mit den übrigen Pool- oder Haustechnik-Komponenten.