-
Infoportal
- Schwimmbecken
- Einbauteile
- Wasseraufbereitung
- Pumpen
- Folienauskleidung
- Schwimmbadheizung
- Schwimmbadüberdachung
- Schwimmbadabdeckung
- Schwimmbadreinigung
- Beckenrandsteine
- Luftentfeuchter
- LED-Poolbeleuchtung
- Fittinge + Verrohrung
- Attraktionen + Gegenstromanlagen
- 3D-Visualisierung
- Zertifikate + Qualifikationen
- Tipps und Wichtiges
- Schwimmhalle
Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt)
Die indirekte Salzelektrolyse erzeugt das Desinfektionsmittel Chlor direkt vor Ort aus einfachem Kochsalz – allerdings in einem separaten Gerät und nicht, wie bei der direkten Salzelektrolyse, im Beckenwasser selbst. Das ist der entscheidende Unterschied: Beim indirekten Verfahren bleibt das Salz in der Anlage, das Beckenwasser selbst enthält keinen erhöhten Salzgehalt und fühlt sich an wie bei einer klassischen Chlordosierung. Sie umgehen damit Lagerung und Transport von Chlorlösung und vermeiden zugleich die Nachteile salzhaltigen Beckenwassers.
Die elektrische Versorgung mit Schwachstrom erfolgt über ein Steuergerät mit Basis-Chlorung und bedarfsabhängiger, proportional geregelter Betriebs-Chlorung. In die Anlage wird Regeneriersalz (Siedesalz) eingefüllt und bei Bedarf nachgefüllt – problemlos auch während des Betriebs. In den Elektrolysekammern werden Kochsalz und Wasser elektrolysiert. Durch die besondere Konstruktion entstehen dabei hochwertige Chlor-Sauerstoff-Verbindungen und in sehr geringen Mengen Ozon, das im Beckenwasser nicht mehr messbar ist.
Die erzeugten Chlor-Sauerstoff-Verbindungen werden mit dem im Teilstrom durch die Anlage fließenden Beckenwasser vermischt und darin gelöst. Über einen Injektor gelangt dieses angereicherte Wasser anschließend zurück in den Umwälzkreislauf. Für die Bereitung eines kalkfreien Prozesswassers ist ein Enthärter eingebaut, dessen Regenerierung automatisch abläuft. So arbeitet die Anlage wartungsarm und liefert kontinuierlich frisches Desinfektionsmittel.
Funktionsprinzip Schritt für Schritt
Die indirekte Salzelektrolyse läuft in einem geschlossenen Teilstromkreis ab. Das eigentliche Beckenwasser kommt mit dem Salzvorrat der Anlage nie in direkten Kontakt:
1 – Salzvorrat
Regeneriersalz (Siedesalz) wird in die Anlage eingefüllt. Das Nachfüllen ist im laufenden Betrieb möglich, ein Trockenfallen der Zelle wird so vermieden.
2 – Elektrolyse
In den Elektrolysekammern zerlegt Schwachstrom Kochsalz und Wasser. Es entstehen hochwertige Chlor-Sauerstoff-Verbindungen und Spuren von Ozon.
3 – Einspeisung
Ein Teilstrom Beckenwasser nimmt die Wirkstoffe auf und wird über den Injektor zurück in den Umwälzkreislauf gefördert.
Der eingebaute Enthärter sorgt dafür, dass die Elektrolysezelle mit kalkfreiem Prozesswasser arbeitet. Kalkablagerungen an den Elektroden würden sonst die Chlorausbeute mindern und die Lebensdauer der Zelle verkürzen. Die Regelung unterscheidet zwischen einer durchgängigen Basis-Chlorung und einer bedarfsabhängigen Betriebs-Chlorung, die proportional zum gemessenen Chlorbedarf hochfährt – etwa bei starker Badenutzung oder hoher Wassertemperatur.
Direkte und indirekte Salzelektrolyse im Vergleich
Beide Verfahren gewinnen Chlor aus Kochsalz, unterscheiden sich aber grundlegend darin, wo die Elektrolyse stattfindet und ob das Beckenwasser salzhaltig wird:
| Merkmal | Indirekt (diese Seite) | Direkt |
|---|---|---|
| Ort der Elektrolyse | Separate Anlage im Teilstrom | Zelle direkt im Umwälzkreislauf |
| Salz im Beckenwasser | Nein – bleibt in der Anlage | Ja, typisch 3–5 g/l |
| Badegefühl | Wie klassische Chlordosierung | Weiches Salzwasser-Gefühl |
| Chloridbelastung Einbauteile | Gering (Normalwasser) | Erhöht – Edelstahl-Grenzwerte beachten |
| Enthärter | Integriert, automatische Regenerierung | Nicht erforderlich |
Gerade bei Edelstahlbecken ist die Chloridbelastung ein wichtiges Argument: Bei der direkten Salzelektrolyse muss der Chloridgehalt strikt unter 300 mg/l gehalten werden, weil erhöhte Werte Lochfraß am Edelstahl auslösen. Die indirekte Variante umgeht dieses Risiko, da das Beckenwasser keinen erhöhten Salzgehalt aufweist.
Wasserwerte im Sollbereich (DIN 19643)
Unabhängig vom Erzeugungsverfahren gelten für das freie Chlor und die begleitenden Parameter die Richtwerte der DIN 19643. Die proportionale Regelung der Anlage hält das freie Chlor automatisch im Sollband; pH-Wert und Redoxpotential sollten regelmäßig kontrolliert werden, da die Elektrolyse den pH-Wert tendenziell anhebt.
| Parameter | Sollbereich | Kritische Grenze |
|---|---|---|
| pH-Wert | 7,0–7,6 | < 6,8 oder > 7,8 |
| Freies Chlor | 0,3–0,6 mg/l | > 0,8 mg/l |
| Gebundenes Chlor | < 0,2 mg/l | > 0,5 mg/l |
| Redoxpotential | 700–750 mV | < 650 mV |
| Wassertemperatur | 26–28 °C | > 32 °C |
Liegt der pH-Wert zu hoch, verliert das Chlor stark an Wirkung: Bei pH 8,0 sind nur noch rund 10 % des freien Chlors als wirksame hypochlorige Säure verfügbar. Eine automatische pH-Regelung mit Salzsäure-Dosierung ist deshalb keine Option, sondern Pflicht. Das Redoxpotential ist der beste Indikator für die tatsächliche Desinfektionswirkung – Werte zwischen 700 und 750 mV zeigen ein hygienisch einwandfreies Beckenwasser an.
Sicherheit und laufende Kontrolle
Ein wesentlicher Sicherheitsvorteil der Vor-Ort-Erzeugung liegt darin, dass keine Chlorlösung und keine Salzsäure in größeren Mengen gelagert werden müssen. Bei der klassischen Flüssig-Chlor-Dosierung gilt die strikte Regel, dass Chlorlösung (Natriumhypochlorit) und Salzsäure unter keinen Umständen zusammenkommen dürfen, weil dabei giftiges Chlorgas entsteht. Diese Trennung von Lagerung und Sicherheitswannen entfällt bei der indirekten Salzelektrolyse weitgehend, da der Wirkstoff laufend aus harmlosem Kochsalz erzeugt wird. Lediglich für die pH-Korrektur wird in der Regel weiterhin Säure benötigt.
Auch wenn die Anlage die Chlorproduktion automatisch regelt, ersetzt sie nicht die regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte. Empfohlen wird, täglich den pH-Wert und das freie Chlor mit einem DPD-Testkit oder Photometer zu messen, wöchentlich das Redoxpotential und die Gesamthärte zu prüfen und monatlich eine Vollanalyse durchzuführen. Steigt der pH-Wert durch die Elektrolyse zu stark an, muss die Säuredosierung nachjustiert werden, damit das erzeugte Chlor seine volle Wirkung behält. Die Elektrolysezelle selbst ist ein Verschleißteil: Mit zunehmender Betriebsdauer lässt die Chlorausbeute nach, sodass die Zelle nach mehreren Jahren getauscht werden sollte. Der integrierte Enthärter verlängert diese Standzeit deutlich, weil er Kalkbeläge an den Elektroden verhindert.
Die Auslegung der Anlage richtet sich nach dem Beckenvolumen und der Umwälzleistung. Eine zu klein dimensionierte Anlage kann bei hoher Wassertemperatur oder starker Nutzung den Chlorbedarf nicht decken, eine überdimensionierte verursacht unnötige Stromkosten. Bei FKB stimmen wir die Chlorproduktion deshalb genau auf Ihr Becken ab und kombinieren sie mit der passenden Mess- und Regeltechnik.
Vorteile der indirekten Salzelektrolyse
- Chlor wird vor Ort erzeugt – kein Kauf, Transport oder Lagern von Chlorlösung
- Salz verbleibt in der Anlage, das Beckenwasser bleibt salzarm und materialschonend
- Automatische, proportional geregelte Chlorproduktion ohne manuelle Dosierung
- Integrierter, selbstregenerierender Enthärter für kalkfreies Prozesswasser
- Salz auch während des Betriebs problemlos nachfüllbar
Die indirekte Salzelektrolyse eignet sich besonders für Bauherren, die den Komfort einer automatischen Chlorerzeugung schätzen, aber bewusst auf salzhaltiges Beckenwasser verzichten möchten. Sie ist damit eine interessante Alternative sowohl zur klassischen Flüssig-Chlor-Dosierung als auch zur direkten Salzelektrolyse, deren erhöhter Salzgehalt vor allem bei Edelstahlbecken kritisch zu bewerten ist. Wer mehrere Verfahren vergleichen möchte, findet im Infoportal eine Übersicht aller gängigen Desinfektionsmethoden.
Bei FKB beraten wir Sie persönlich, ob für Ihr Becken die indirekte oder die direkte Salzelektrolyse die richtige Wahl ist – abhängig von Beckenmaterial, gewünschtem Badegefühl und Wartungsaufwand. Wir stimmen die Anlage auf Beckenvolumen und Umwälzleistung ab und sorgen dafür, dass pH-Regelung und Messtechnik sauber zusammenspielen.
Produkte filtern
Fragen & Antworten: Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt)
-
Was findet man in der Kategorie Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt)?
In der Kategorie Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt) finden Sie passende Produkte und Zubehör für den jeweiligen Einsatzbereich. Chlor aus Salzelektrolyse: Wartungsarm, sicher & hygienisch sauberes Poolwasser. -
Welche Vorteile bietet Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt)?
Der Nutzen von Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt) liegt vor allem darin, eine passende Lösung für Einsatzbereich, Technik und vorhandene Anlage auswählen zu können. So lassen sich Funktion, Bedienkomfort und langfristige Zuverlässigkeit verbessern. -
Worauf sollte man bei Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt) achten?
Wichtig sind Einsatzbereich, Maße, Material, Leistung und Kompatibilität. So lässt sich eine Lösung auswählen, die dauerhaft zum Projekt und zum vorgesehenen Einsatz passt. -
Für wen ist Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt) besonders interessant?
Geeignet ist Chlor aus Salzelektrolyse (indirekt) besonders für private und gewerbliche Anwender. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt von Nutzung, Platzangebot, technischer Ausstattung und Budget ab.