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Chlordosieranlage (Chlor anorganisch)
Mit einer Dosieranlage erleichtern Sie sich den Wasserpflegeaufwand deutlich. Die Gefahr einer Überchlorung oder von zu wenig Chlor und damit zu geringer Desinfektionswirkung wird spürbar gesenkt, weil die Anlage den Chlorgehalt fortlaufend misst und bedarfsgerecht nachregelt. Statt von Hand zu dosieren und regelmäßig nachzumessen, übernimmt die Technik die gleichmäßige Versorgung des Beckens mit Desinfektionsmittel und sorgt so für eine stabile, hygienisch einwandfreie Wasserqualität.
Eine Chlordosieranlage für anorganisches Chlor überwacht den Chlorgehalt im Schwimmbecken und bringt nach Bedarf die benötigte Menge Chlor aus größeren Gebinden in den Wasserkreislauf ein. Anorganisches Chlor gibt seinen Wirkstoff schnell und vollständig an das Wasser ab. Es enthält keinen Stabilisator und eignet sich deshalb für die kontinuierliche Dauerchlorung ebenso wie für die gelegentliche Stoßchlorung, die oft mit Granulat oder Pulver durchgeführt wird. Gemessen wird der Desinfektionszustand über das Redoxpotential beziehungsweise die Konzentration an freiem Chlor im Beckenwasser.
Weil der pH-Wert die Wirksamkeit des Chlors stark beeinflusst, regelt eine vollständige Anlage zusätzlich den pH-Wert. Anorganisches Chlor hebt als Nebenwirkung den pH-Wert an, sodass im Betrieb in der Regel nur saures pH-Minus zugegeben werden muss. Diese Seite erklärt, wie eine solche Anlage arbeitet, welche Werte sie einhält und worauf bei Auswahl und Betrieb zu achten ist. Eine Übersicht weiterer Verfahren bietet die Seite zu den Desinfektionsmethoden.
Wie eine Chlordosieranlage arbeitet
Im Kern besteht eine Dosieranlage aus drei Bausteinen: der Messung, der Regelung und der eigentlichen Dosierung. Eine Messzelle im Wasserkreislauf erfasst laufend den Zustand des Wassers. Für den Desinfektionswert wird entweder das Redoxpotential über eine Platin-Elektrode gemessen oder das freie Chlor amperometrisch bestimmt. Parallel erfasst eine Glaselektrode den pH-Wert. Die Regelung vergleicht diese Istwerte mit den eingestellten Sollwerten und steuert daraufhin die Dosierpumpen an.
Liegt der Chlorwert unter dem Sollwert, fördert die Dosierpumpe so lange Chlor in den Kreislauf, bis der Sollwert wieder erreicht ist. Sinkt der pH-Wert nicht von selbst, dosiert eine zweite Pumpe pH-Minus nach. Eine gute Dosierpumpe arbeitet mit einer Dosiergenauigkeit von etwa fünf Prozent und stellt damit sicher, dass weder zu viel noch zu wenig Desinfektionsmittel ins Becken gelangt. Die Messzelle wird sinnvollerweise hinter dem Filter und mit gedrosseltem, gleichmäßigem Durchfluss betrieben, damit sie sauberes, repräsentatives Wasser misst.
Der pH-Wert entscheidet über die Wirkung
Chlor bildet im Wasser hypochlorige Säure und Hypochlorit, wobei vor allem die hypochlorige Säure als wirksamer Anteil die Keime abtötet. Wie groß dieser wirksame Anteil ist, hängt unmittelbar vom pH-Wert ab. Ein zu hoher pH-Wert macht Chlor selbst dann nahezu wirkungslos, wenn die gemessene Konzentration stimmt. Deshalb ist die gemeinsame Regelung von Chlor und pH so wichtig, und deshalb gehört zu jeder ernsthaften Dosieranlage auch die pH-Regelung. Die folgende Übersicht zeigt den Zusammenhang.
| pH-Wert | Anteil wirksames Chlor (HOCl) | Desinfektionswirkung |
|---|---|---|
| 6,5 | 97 % | sehr hoch, aber korrosiv |
| 7,0 | 75 % | hoch |
| 7,4 | 50 % | optimal, guter Kompromiss aus Wirkung und Verträglichkeit |
| 7,6 | 35 % | noch ausreichend |
| 8,0 | 10 % | kaum wirksam |
Soll- und Grenzwerte nach DIN 19643
Für die Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser gibt die DIN 19643 die Richtwerte vor, an denen sich eine Dosieranlage orientiert. Der pH-Wert soll im Bereich von 7,0 bis 7,6 liegen, das freie Chlor zwischen 0,3 und 0,6 mg pro Liter, wobei 0,8 mg pro Liter als Obergrenze gilt. Das Redoxpotential als Maß für die Desinfektionskraft soll zwischen 700 und 750 Millivolt liegen. Werte darunter weisen auf eine ungenügende Desinfektion hin, dauerhaft zu hohe Chlorwerte reizen Haut und Schleimhäute und können Edelstahlbauteile angreifen.
| Parameter | Sollbereich | Grenzwert |
|---|---|---|
| pH-Wert | 7,0–7,6 | unter 6,8 oder über 7,8 |
| Freies Chlor | 0,3–0,6 mg/l | über 0,8 mg/l |
| Redoxpotential | 700–750 mV | unter 650 mV |
Eine automatische Anlage hält diese Werte deutlich konstanter, als es bei manueller Dosierung möglich ist. Das schont nicht nur die Badegäste, sondern auch das Becken und die Einbauteile, weil dauerhafte Über- oder Unterdosierungen vermieden werden. Wer die Wasserwerte zusätzlich von Zeit zu Zeit mit einem Testkit gegenkontrolliert, erkennt frühzeitig, ob Sonden gereinigt oder nachkalibriert werden müssen.
Neben dem freien Chlor spielt auch das gebundene Chlor eine Rolle. Es entsteht, wenn Chlor mit Verunreinigungen reagiert, und ist für den typischen Hallenbadgeruch sowie für Reizungen der Augen verantwortlich. Eine geregelte Dauerchlorung hält den Anteil an gebundenem Chlor niedrig. Steigt er dennoch an, etwa nach starker Beckennutzung, schafft eine gezielte Stoßchlorung mit anorganischem Chlor Abhilfe, indem sie die unerwünschten Verbindungen aufoxidiert und das Wasser wieder klar und geruchsneutral macht.
Anorganisches Chlor im Betrieb
Anorganische Chlorprodukte wie Natriumhypochlorit in flüssiger Form oder Calciumhypochlorit als Granulat enthalten keinen Stabilisator. Das hat einen klaren Vorteil: Der Wirkstoff steht sofort und vollständig zur Verfügung, und es reichert sich keine Cyanursäure im Wasser an, die bei stabilisierten organischen Chlorprodukten über die Zeit die Desinfektionswirkung bremsen kann. Im Gegenzug verbraucht sich anorganisches Chlor schneller, weshalb eine kontinuierliche, geregelte Dosierung über die Anlage besonders sinnvoll ist. Da Calciumhypochlorit den pH-Wert stärker anhebt, ist die pH-Minus-Dosierung hier ein fester Bestandteil des Betriebs.
Beim Umgang mit den Gebinden gelten die üblichen Sicherheitsregeln für Schwimmbadchemie: Produkte niemals mischen, kühl und trocken lagern, getrennt von Säuren aufbewahren und stets in das Wasser geben, nicht umgekehrt. Die Lagertanks und Dosierleitungen bestehen aus chemikalienbeständigem Kunststoff. Eine fachgerecht installierte Anlage führt die Dosierleitungen so, dass das Mittel erst nach dem Filter und mit ausreichendem Abstand zur Messzelle eingespeist wird, damit die Messung nicht verfälscht wird. Verwandte Verfahren wie die Chlorerzeugung per Salzelektrolyse erzeugen das Chlor dagegen direkt aus Salz im Wasser.
Bedienung und Auswahl
Die Bedienung von Dosieranlagen reicht von einfachen Geräten mit drei Tasten und LED-Anzeigen bis hin zu komfortablen Steuerungen, die sich über das Internet und das Smartphone bedienen lassen. Für den privaten Bereich genügt oft eine übersichtliche Anlage mit zuverlässiger Redox- und pH-Regelung. Wer das Becken aus der Ferne im Blick behalten möchte, wählt eine Anlage mit App-Anbindung, die Messwerte protokolliert und bei Abweichungen warnt. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Anlage zur Beckengröße und zur Umwälzleistung passt und dass die Sonden regelmäßig gepflegt werden. Eine Einordnung in die übergeordnete Mess- und Regeltechnik bietet der Bereich Steuerungen und Automation.
Bei FKB beraten wir Sie persönlich, welche Dosieranlage zu Ihrem Becken, Ihrer Nutzung und Ihrem gewünschten Komfort passt. Wir stimmen Messtechnik, Dosierpumpen und Chlorprodukt aufeinander ab und sorgen dafür, dass Ihre Wasserpflege zuverlässig, sicher und mit minimalem Aufwand läuft. Einen Überblick über die gesamte Wasseraufbereitung finden Sie im Bereich Wasseraufbereitung.
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Fragen & Antworten: Chlordosieranlage (Chlor anorganisch)
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Was findet man in der Kategorie Chlordosieranlage (Chlor anorganisch)?
In der Kategorie Chlordosieranlage (Chlor anorganisch) finden Sie passende Produkte und Zubehör für den jeweiligen Einsatzbereich. Chlordosieranlage: Automatisch dosieren, sicher desinfizieren, weniger Aufwand im Pool. -
Welche Vorteile bietet Chlordosieranlage (Chlor anorganisch)?
Der Nutzen von Chlordosieranlage (Chlor anorganisch) liegt vor allem darin, eine passende Lösung für Einsatzbereich, Technik und vorhandene Anlage auswählen zu können. So lassen sich Funktion, Bedienkomfort und langfristige Zuverlässigkeit verbessern. -
Wie wird die Wasserqualität bei Chlordosieranlage (Chlor anorganisch) sichergestellt?
> Gemessen und geregelt werden zusätzlich noch der pH-Wert des Wassers, da dies auf die Desinfektionswirkung des Chlores einen hohen Einfluß hat. -
Welche Beleuchtung ist bei Chlordosieranlage (Chlor anorganisch) verfügbar?
Die Bedienung von Dosieranlagen reicht von einfachen 3 Tasten mit LED Anzeigen bis hin zur Steuerung über das Internet mit bspw.