-
Infoportal
- Schwimmbecken
- Einbauteile
- Wasseraufbereitung
- Pumpen
- Folienauskleidung
- Schwimmbadheizung
- Schwimmbadüberdachung
- Schwimmbadabdeckung
- Schwimmbadreinigung
- Beckenrandsteine
- Luftentfeuchter
- LED-Poolbeleuchtung
- Fittinge + Verrohrung
- Attraktionen + Gegenstromanlagen
- 3D-Visualisierung
- Zertifikate + Qualifikationen
- Tipps und Wichtiges
- Schwimmhalle
Filtermedium und Sand für Pool-Filter
Das Filtermaterial ist eine der wichtigsten Stellschrauben für die Wasserqualität im Schwimmbad. Es entscheidet, wie fein Partikel ausgefiltert werden, wie hoch der Chlor-Verbrauch ausfällt und wie stabil die Filtration über die Saison läuft. Klassisch ist feinkörniger Quarzsand nach EN 12904, gewaschen, feuergetrocknet und in Säcken hygienisch verpackt. Daneben haben sich AFM-Filterglas, Anthrazit-Schichten und Spezial-Filterglas etabliert.
Die Wahl des Materials hängt vom Becken-Typ, der Filtergröße, der Wasserbelastung und der Wartungsphilosophie ab. Im Privatpool reicht in den meisten Fällen ein einlagiger Quarzsand-Filter mit Körnung 0,4 bis 0,8 mm oder ein AFM-Aufbau für deutlich feinere Filtration. Bei hoher Badelast, gewerblicher Nutzung oder gewünschter chlorarmer Betriebsweise lohnt sich der Aufpreis für AFM-Filterglas. Hochschicht-Mehrlagen-Filter sind eher im öffentlichen Bäderbereich verbreitet, im Privatpool aber durchaus möglich.
Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht aller gängigen Filtermedien mit Eigenschaften, Filtrationsschärfe, Wechselintervallen und Eignung. Wir liefern alle Materialien in Privatpool- und Profi-Mengen, beraten zur passenden Auswahl und übernehmen auf Wunsch den kompletten Filtermedium-Wechsel inklusive Entsorgung des Altmaterials.
Hinweis vorab: Das passende Filtermaterial entscheidet sich nicht am Preis pro Sack, sondern an der Filterstandzeit, dem Chlor-Verbrauch und der Wasserqualität über die Jahre. AFM ist im Einkauf teurer als Quarzsand, hält aber zehn Mal länger und reduziert den Chlor-Verbrauch um typisch 30 Prozent.
Quarzsand als Standard-Filtermedium
Quarzsand nach EN 12904 ist seit Jahrzehnten der Standard im Pool-Filter. Er wird mit definierter Korngröße geliefert, zwei Körnungen sind gebräuchlich: 0,4 bis 0,8 mm und 0,7 bis 1,2 mm. Die feinere Körnung filtert schärfer, hat aber höheren Druckverlust und kürzere Filterstandzeiten zwischen zwei Rückspülungen. Beide Körnungen lassen sich einlagig oder in Hochschichtfiltern kombinieren, die feinste Körnung gehört dabei nach oben.
Praktischer Hinweis: Selbst bei versehentlicher Verwechslung der Reihenfolge ordnet sich die grobe Körnung nach einigen Rückspülungen aufgrund ihres höheren spezifischen Gewichts wieder im unteren Bereich des Filters an. Die Filterfüllung sortiert sich also weitgehend selbst. Quarzsand sollte alle 5 bis 7 Jahre gewechselt werden, weil die scharfkantigen Korn-Oberflächen mit der Zeit abrunden und die Filtration nachlässt.
Anthrazit-Schichten in Mehrlagen-Filtern
Im öffentlichen Bäderbereich werden Mehrlagen-Filter mit Anthrazit-Auflage über dem Quarzsand betrieben. Es gibt zwei Anthrazit-Typen: Anthrazit N (Steinkohle) und Anthrazit H (Braunkohle). Anthrazit H besitzt mit etwa 350 m²/g eine deutlich größere Materialoberfläche und damit eine begrenzte chemisch-katalytische Wirkung, die gebundenes Chlor abbauen kann. Der Nachteil dieser hohen Oberfläche: Sie kann sich auf Dauer zusetzen, und es besteht eine latente Verkeimungsgefahr im Filter, besonders bei nicht fachgerechter Spülung.
Aktivkornkohle mit 900 bis 1.200 m²/g geht noch weiter und kann im Privatpool problematisch werden. Der Filter kann sich relativ schnell in einen Bioreaktor verwandeln, ohne dass dies bei privaten Becken bemerkt wird, weil dort keine bakteriologischen Wasserprüfungen wie im öffentlichen Bäderbereich gefahren werden. Außerdem ist beim Rückspülen die Geschwindigkeit kritisch: Bei mehr als etwa 45 m/h werden Kohleprodukte aufgrund ihres geringen spezifischen Gewichts aus dem Filter ausgetragen.
Filtrationsgrenzen physikalischer Reinigung
Eine reine Filtration kann nicht alle Wasserbelastungen abfangen. Für gelöste Stoffe wie Harnstoff und Chloramine reicht keine physikalische Filtration aus, hier helfen nur Adsorption, Ozon oder regelmäßiger Frischwasser-Eintrag.
| Stoffklasse | Partikelgröße | Geeignete Methode |
|---|---|---|
| Haare, Fasern | > 1 mm | Vorfilter / Sieb |
| Hautschuppen, Seifenreste | ca. 1 mm | klassische Filtration |
| Speichel, Kosmetika | > 0,0001 mm | Flockung plus Filtration |
| Mikroorganismen | > 0,00001 mm | Oxidation (Chlor, Brom, Ozon) |
| Chloramine, Harnstoff | gelöst | Aktivkohle-Adsorption, Ozon, Frischwasser |
AFM (Aktiviertes Filter Material)
AFM ist ein bioresistentes Filtermaterial aus grünem Recycling-Glas, entwickelt von Dr. Howard Dryden bei Dryden Aqua. Es ersetzt hochqualitativen Quarzsand direkt in jedem Schwerkraft- oder Drucksandfilter, ohne dass am Filter selbst etwas geändert werden muss. Ein 21-kg-Sack AFM entspricht durch das geringere spezifische Gewicht etwa 25 kg Quarzsand.
AFM wirkt durch hohe negative Adsorptionskräfte: Es filtert etwa 30 Prozent mehr organische Stoffe als Quarz- oder Glassand. Zusätzlich besitzt es katalytische und oxidierende Eigenschaften, die das Filterbett vor bakterieller Besiedelung schützen. Im Filterbett bildet sich kein Biofilm, womit Trichloramin (das den klassischen „Chlor-Geruch“ verursacht), Chlor-Mehrverbrauch und das Risiko von Legionellen deutlich reduziert werden. AFM ist quasi selbstdesinfizierend.
| AFM-Grade | Filtrationsschärfe | Spülgeschwindigkeit | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Grade 0 | > 95 % aller Partikel ab 1 µm | ca. 30 m/h | Top-Schicht in Systemen ohne Flockung |
| Grade 1 | > 95 % aller Partikel ab 4 µm | Standard | Hauptfilterschicht (70 % der Füllung) |
| Grade 2 | Stützschicht | Standard | 15 % der Füllung als untere Stützschicht |
| Grade 3 | Stützschicht für große Filter | Standard | 15 % als unterste Stützschicht bei Filtern mit Filterkreuz |
Bei Filtern unter 1.000 mm Durchmesser und bei allen Filtern mit Düsenboden kann auf AFM 3 verzichtet und stattdessen AFM 2 verwendet werden. AFM 3 stellt bei größeren Filtern mit Filterkreuz die gleichmäßige Durchflutung unterhalb des Filtersterns sicher. Im Vergleich zu klassischen Filtermedien liegen alle anderen Materialien bei der gleichen Filtrationseffizienz erst bei 20 µm, AFM Grade 1 dagegen schon bei 4 µm. AFM wird weltweit in über 100.000 öffentlichen und privaten Schwimmbädern eingesetzt.
Spezial-Filterglas als Quarzsand-Ersatz
Neben AFM gibt es einfacheres Spezial-Filterglas als direkten Quarzsand-Ersatz. Vorteile gegenüber Quarzsand sind effizientere Filtration, längere Filterstandzeiten, effektivere Rückspülung durch die geringere Dichte des Materials sowie reduzierter Verbrauch an Wasserpflegemitteln. Bei der Rückspülung muss die Geschwindigkeit kontrolliert werden, weil sich Filterglas leichter austragen lässt als Quarzsand. Die Mengenrechnung: 75 kg Spezial-Filterglas entsprechen etwa 100 kg Quarzsand als Filterfüllung.
Verwandte Themen im Infoportal
Fragen & Antworten: Filtermedium & Sand
-
Was findet man in der Kategorie Filtermedium & Sand?
In der Kategorie Filtermedium & Sand finden Sie Filtertechnik und Zubehör für Filtermedium & Sand. Quarzsand oder AFM: Weniger Chlor, kristallklares Wasser & hohe Filterleistung für Sandfilter. -
In welchen Größen sind Filtermedium & Sand verfügbar?
In verschiedenen Standardgrößen und auf Anfrage auch als Sondermaß. Die genauen Abmessungen finden Sie in den jeweiligen Produktdetails. -
Welche Technik ist bei Filtermedium & Sand wichtig?
Bei Filtermedium & Sand kommt es vor allem auf die passende technische Auslegung an. Entscheidend sind Leistung, Anschlussmaße, Energiebedarf und die Abstimmung mit den übrigen Pool- oder Haustechnik-Komponenten. -
Wie wird die Wasserqualität bei Filtermedium & Sand sichergestellt?
Im Gegensatz zu Anthrazit-N besitzt Anthrazit-H aufgrund der größeren Materialoberfläche von rund 350 qm/g eine gewisse chemisch-katalytische Wirkung, die bedingt auch gebundenes Chlor abbaut.