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Einhängefilteranlagen für Aufstellbecken und Nachrüstungen
Einhängefilteranlagen sind die einfachste und kostengünstigste Form der Schwimmbad-Filtration. Sie werden über den Beckenrand gehängt, brauchen keine Einbauteile in der Beckenwand und keinen eigenen Technikraum. Innerhalb weniger Minuten ist die Anlage betriebsbereit. Sie eignet sich besonders für die Nachrüstung von Stahlwandbecken und Aufstellbecken, die ohne festen Skimmer oder Bodenablauf geliefert wurden, sowie für saisonale Aufstellpools, bei denen eine fest eingebaute Filtertechnik wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: Eine kleine Umwälzpumpe saugt das Wasser über einen integrierten Vorfilter aus dem Becken an, drückt es durch einen Filterbehälter mit Filterkies oder einer Kartusche und führt es anschließend über eine integrierte Einlaufdüse zurück ins Becken. Alle wesentlichen Bauteile sind in einem kompakten Gehäuse zusammengefasst, das am Beckenrand befestigt wird. Schlauchanschlüsse zwischen Becken und Filteranlage entfallen vollständig, der Anschluss reduziert sich auf eine einzige Steckdose.
Die Auslegung einer Einhängefilteranlage orientiert sich am Beckenvolumen und am gewünschten Umwälzintervall. Für ein Stahlwandbecken mit 8 bis 25 Kubikmetern Wasservolumen sind Geräte mit 4 bis 8 Kubikmeter Förderleistung pro Stunde Standard. Damit lässt sich das gesamte Beckenwasser in 3 bis 5 Stunden einmal komplett umwälzen, was den Hygiene-Empfehlungen für private Pools entspricht. Bei FKB führen wir abgestimmte Einhängefilteranlagen und beraten Sie persönlich zur richtigen Größe für Ihren Pool.
Diese Seite erklärt Aufbau, Funktionsweise, typische Einsatzbereiche und die Auslegungsregeln für Einhängefilteranlagen. Ergänzend finden Sie unten Hinweise zu Wartung, Filtermedium-Auswahl und zur Abgrenzung gegenüber fest eingebauten Filtersystemen wie Sandfilter-Anlagen oder DIN-Filterbehältern.
Aufbau und Komponenten
Eine Einhängefilteranlage besteht aus vier Hauptkomponenten, die im selben Gehäuse untergebracht sind. Der Vorfilter sitzt am Wasser-Einlass und hält grobe Partikel wie Blätter, Insekten und Haare zurück, bevor sie die Pumpe erreichen. Er muss regelmäßig gereinigt werden und sollte deshalb gut zugänglich sein. Die Pumpe ist als kleine Umwälzpumpe mit selbstansaugender Funktion ausgelegt, damit sie auch nach kurzem Trockenlauf wieder Wasser fördert. Der Filterbehälter darüber nimmt das eigentliche Filtermedium auf, in der Regel Filterkies in einer Korngröße von 0,4 bis 0,8 Millimetern oder eine austauschbare Filterkartusche aus Vliesgewebe. Die Einlaufdüse am Wasser-Auslass führt das gereinigte Wasser kontrolliert zurück ins Becken und sorgt durch die Rückströmung für eine gewisse Becken-Durchmischung.
Die Befestigung am Beckenrand erfolgt über eine angepasste Halterung, die sich an die typischen Stahlwand- oder Aufstellbecken-Wandstärken anpassen lässt. Bei manchen Modellen ist die Halterung höhenverstellbar, damit die Wasser-Ein- und Auslass-Öffnungen exakt auf den Beckenwasser-Spiegel ausgerichtet werden können. Wer ein Becken mit Folienauskleidung nachrüstet, sollte beim Einbau auf saubere Auflage und ausreichende Schutzpolster achten, damit die Folie nicht durch den Anpressdruck der Halterung beschädigt wird.
Typische Anwendungen und Beckenarten
Einhängefilteranlagen sind die natürliche Wahl bei drei Becken-Klassen. Erstens bei Stahlwandbecken, die häufig ohne fest eingebauten Skimmer oder Bodenablauf geliefert werden und nur durch eine Nachrüstung filtertechnisch betrieben werden können. Zweitens bei klassischen Aufstellbecken, die saisonal aufgebaut und im Winter wieder demontiert werden, sodass keine fest installierte Filtertechnik gerechtfertigt ist. Drittens als kurzfristige Nachrüstung bestehender Pools, bei denen die ursprüngliche Filteranlage defekt ist und ein Komplettaustausch zu aufwendig oder zu teuer wäre.
Nicht geeignet sind Einhängefilteranlagen für fest eingebaute Privatpools über etwa 30 Kubikmeter Wasservolumen, für stark belastete halböffentliche Pools sowie für Becken, in denen hohe Wasserqualitäts-Standards erforderlich sind. In diesen Fällen lohnt sich der Aufbau einer fest installierten Filtertechnik mit Skimmer, Bodenablauf und einer Sandfilteranlage oder einem DIN-Filterbehälter. Auch für Becken mit dauerhafter Abdeckung und schwer zugänglichen Beckenrändern ist die Einhängevariante mechanisch nicht immer praktikabel.
Auslegung und Pumpenleistung
Die richtige Größe der Einhängefilteranlage hängt vom Beckenvolumen und vom gewünschten Umwälzintervall ab. Faustregel: die Pumpenleistung in Kubikmetern pro Stunde mal die gewünschte Umwälzzeit in Stunden sollte mindestens dem Beckenvolumen entsprechen. Für ein typisches Stahlwandbecken mit 15 Kubikmetern und einer Umwälzzeit von 4 Stunden ergibt sich eine Mindest-Pumpenleistung von rund 4 Kubikmetern pro Stunde. In der Praxis wählen wir bei FKB einen Sicherheits-Aufschlag von 30 bis 50 Prozent, damit die Anlage auch bei wärmeren Sommertagen und höherer Badebelastung mithalten kann. Die folgende Tabelle gibt eine erste Orientierung:
| Beckenvolumen | Empfohlene Förderleistung | Umwälzzeit (Richtwert) | Filtermedium |
|---|---|---|---|
| bis 10 m³ | 3–4 m³/h | 3 h | Filterkartusche oder Kies |
| 10–15 m³ | 4–6 m³/h | 3–4 h | Filterkies 0,4–0,8 mm |
| 15–25 m³ | 6–8 m³/h | 4–5 h | Filterkies 0,4–0,8 mm |
| 25–35 m³ | 8–10 m³/h | 5–6 h | Filterkies + Vorfilter-Aufrüstung |
| über 35 m³ | fest installiert prüfen | — | fest installierte Anlage empfohlen |
Filtermedium und Rückspülung
Bei Einhängefilteranlagen mit Filterkies kommt der gleiche Filtersand zum Einsatz wie bei großen Sandfilter-Anlagen. Die Korngröße liegt bei 0,4 bis 0,8 Millimetern, die Filterleistung erreicht je nach Bauart 30 bis 50 Mikrometer Partikelfeinheit. Filterkies hält 3 bis 5 Jahre, bevor er ausgetauscht werden muss, weil sich mit der Zeit feinste Partikel im Filterbett festsetzen und die Durchlässigkeit verschlechtern. Bei modernen Filteranlagen kann der Sand durch Filterglas ersetzt werden, das eine etwas feinere Filterleistung bietet und insgesamt länger hält.
Anstelle eines Kies-Filters arbeiten manche Einhängeanlagen mit auswechselbaren Filterkartuschen aus Vlies oder Polypropylen-Faser. Diese Kartuschen erreichen Filterfeinheiten von 10 bis 40 Mikrometern und liefern eine bessere Wasserklarheit als ein Kies-Filter. Der Nachteil sind die laufenden Kosten: Kartuschen müssen je nach Becken-Belastung alle 2 bis 6 Wochen gewechselt werden, was bei intensivem Sommerbetrieb spürbar ins Geld geht. Wer die Anlage nur für eine kurze Sommer-Saison oder ein Aufstellbecken betreibt, fährt mit der Kartuschen-Variante meist einfacher.
Die Rückspülung des Kies-Filters erfolgt bei Einhängeanlagen meist über ein einfaches Mehr-Wege-Ventil, das den Wasserfluss umkehrt und den Schmutz aus dem Filterbett spült. Die Rückspülung dauert 2 bis 3 Minuten und sollte alle 1 bis 2 Wochen durchgeführt werden, bei stärkerer Belastung auch häufiger. Das Rückspülwasser läuft in der Regel in den Kanal oder eine Versickerung. Bei Kartuschenfiltern entfällt die Rückspülung, hier wird die Kartusche entnommen, mit klarem Wasser ausgespült und bei sichtbarer Verschmutzung ersetzt.
Wartung und Lebensdauer
Die laufende Wartung einer Einhängefilteranlage ist überschaubar. Der Vorfilter wird je nach Belastung wöchentlich oder zweiwöchentlich geleert. Das Filtermedium wird bei Bedarf rückgespült oder die Kartusche getauscht. Einmal pro Saison ist eine vollständige Reinigung des Filtergehäuses sinnvoll, bei der das Filtermedium entnommen, die Innenwände abgewischt und alle Dichtungen kontrolliert werden. Die Pumpe selbst ist meist wartungsfrei. Mechanische Schäden treten in der Regel nur durch Frost auf, weshalb die Anlage vor dem Winter komplett entleert und an einem frostfreien Ort eingelagert werden sollte.
Die Lebensdauer einer Einhängefilteranlage liegt bei korrekter Pflege bei 8 bis 15 Jahren. Pumpen-Motoren sind die typische Schwachstelle und können nach 5 bis 8 Saisons ersetzt werden müssen. Die Kunststoff-Gehäuse halten dagegen oft länger und werden eher durch UV-Versprödung als durch mechanische Defekte ersetzt. Wer langfristig plant und das Becken über viele Jahre nutzen möchte, sollte schon beim Kauf auf Ersatzteil-Verfügbarkeit achten und einen Hersteller wählen, der nicht nach 3 Jahren das Produkt aus dem Sortiment nimmt.
Abgrenzung gegenüber fest eingebauter Filtertechnik
Eine Einhängefilteranlage ist ein Kompromiss aus Einfachheit und Leistung. Sie übernimmt die Grundfunktion einer Filtertechnik zuverlässig, kommt aber bei mehreren Punkten an Grenzen, die bei einer fest eingebauten Anlage von Anfang an besser gelöst sind. Erstens reicht die Förderleistung nicht für sehr große Becken: ab 30 bis 40 Kubikmetern Wasservolumen werden die Geräte zu groß, zu laut oder schaffen die Umwälzzeit nicht mehr. Zweitens sind die Schmutz-Ansaugpunkte begrenzt: ohne Skimmer fließt nur Oberflächenwasser im direkten Umfeld der Anlage zu, weiter entfernt sammelt sich der Schmutz. Drittens fehlt die saubere Möglichkeit, eine Dosier- oder Heiz-Komponente in den Wasserkreislauf zu integrieren.
Wer langfristig in einen Pool investiert oder ein Becken mit mehr als 30 Kubikmetern Wasservolumen plant, sollte die Filtertechnik fest einbauen — mit Skimmer, Bodenablauf, eigenständiger Pumpe und Sandfilter-Behälter in einem separaten Technikraum. Bei FKB beraten wir zu dieser Entscheidung im Einzelfall und planen mit Ihnen die passende Variante. Wer flexibel bleiben möchte oder ein saisonales Aufstellbecken nutzt, fährt mit der Einhängevariante schneller, günstiger und mit wenig laufendem Aufwand.
Weiterführende Seiten
Eine Übersicht aller fest eingebauten Filtersystem-Varianten finden Sie unter Filteranlagen-Systeme. Wer technische Hintergründe zur Sandfiltration und Auslegung sucht, findet diese ergänzend unter Sandfilteranlage. Für die Nachrüstung von Stahlwandbecken lohnt ein Blick auf den Bereich Stahlwandbecken. Wer Filterkartuschen statt Filterkies bevorzugt, findet Vergleichsinfos unter Kartuschenfilter.
Fragen & Antworten: Einhängefilteranlagen
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Was findet man in der Kategorie Einhängefilteranlagen?
In der Kategorie Einhängefilteranlagen finden Sie Filtertechnik und Zubehör für Einhängefilteranlagen. Filteranlagen für Aufstellbecken: Nachrüsten leicht gemacht. -
Welche Technik ist bei Einhängefilteranlagen wichtig?
Bei Einhängefilteranlagen kommt es vor allem auf die passende technische Auslegung an. Entscheidend sind Leistung, Anschlussmaße, Energiebedarf und die Abstimmung mit den übrigen Pool- oder Haustechnik-Komponenten. -
Welche Einbauteile werden für Einhängefilteranlagen benötigt?
Das Wasser wird durch den Vorfilter angesaugt und nach der Aufbereitung über die integrierte Einlaufdüse wieder ins Becken geführt. -
Worauf sollte man bei Einhängefilteranlagen achten?
Wichtig sind Beckenvolumen, Umwälzleistung, Filtermedium und Anschlussmaße. So lässt sich eine Lösung auswählen, die dauerhaft zum Projekt und zum vorgesehenen Einsatz passt.