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Kartuschenfilter: kompakte Filtertechnik für kleine Pools und Whirlpools
Der Kartuschenfilter ist die einfachste Bauform der Pool-Filtration. Statt eines Filterbetts aus Sand oder Filterglas arbeitet er mit einem austauschbaren Filterelement, der Kartusche. Das Wasser wird durch ein gefaltetes Vlies- oder Polypropylen-Tuch geleitet, das die Partikel oberflächlich zurückhält und nach einigen Wochen oder Monaten gereinigt oder ersetzt wird. Die Bauweise ist mechanisch simpel, kommt ohne Mehrwege-Ventil aus und hat keinen Bedarf an Rückspülwasser.
Aufgrund dieser Eigenschaften hat der Kartuschenfilter ein klar abgegrenztes Anwendungsfeld. Er eignet sich gut für kleine Aufstellbecken bis etwa 20 m³ Wasservolumen, für Whirlpools und Spa-Anlagen sowie für Aufstellpools, die nur saisonal oder gelegentlich betrieben werden. Für reguläre eingebaute Schwimmbäder ab 30 m³ aufwärts ist der Sandfilter oder die Clear-Pro-Variante mit feiner Filtration nahezu immer die wirtschaftlichere und hygienisch stabilere Lösung.
Wir bei FKB führen Kartuschenfilter im Sortiment für die Anwendungsfälle, in denen sie sinnvoll sind: Whirlpool-Einbauten in privaten Wellness-Bereichen, kleine Aufstellbecken im Garten und Spa-Anlagen in Hotel-Wellnessbereichen. Bei Schwimmbädern ab 30 m³ raten wir dagegen vom Kartuschen-System ab, weil die laufenden Kartuschen-Kosten und die fehlende Rückspül-Mechanik im Mehrjahres-Vergleich teurer und pflegeintensiver werden als ein klassischer Sandfilter.
Diese Seite erklärt die Funktionsweise des Kartuschenfilters, seine Stärken und Grenzen, die korrekte Auslegung nach Wasservolumen und Badebelastung sowie die Wartungspraxis im laufenden Betrieb.
Funktionsprinzip und Aufbau
Ein Kartuschenfilter besteht aus einem Filterbehälter, in den eine zylindrische Kartusche eingesetzt wird. Das Wasser tritt von außen in den Filterbehälter ein, durchströmt die Kartuschenwandung von außen nach innen und verlässt den Behälter durch das Innenrohr in Richtung der Pool-Düsen. Die Partikel werden an der Außenseite der Kartusche abgelagert. Mit zunehmender Belegung steigt der Strömungswiderstand, das Manometer am Filtergehäuse zeigt einen ansteigenden Druck an, und ab einer gewissen Schwelle muss die Kartusche entnommen und gereinigt werden.
Die Filterfeinheit eines Kartuschenfilters liegt typischerweise bei 10 bis 40 µm, abhängig von der Kartuschen-Bauart. Hochwertige Polypropylen-Tiefenfilter-Kartuschen erreichen sogar 5 bis 10 µm und liegen damit feiner als ein klassischer Sandfilter, allerdings bei deutlich höherem Strömungswiderstand. Standard-Vlies-Kartuschen liegen bei 20 bis 40 µm und sind damit etwa auf Sandfilter-Niveau. Wer einen Spa mit warmem Wasser betreibt, sollte zur feineren Kartusche greifen, weil hier organische Belastung schneller zu Trübungen führt.
Im Gegensatz zum Sandfilter gibt es bei Kartuschenfiltern kein Mehrwege-Ventil. Reinigung erfolgt durch Entnahme der Kartusche und Spülung mit Klar- oder Spezialreiniger. Der Wasserverbrauch beim Reinigen ist minimal (typisch 5 bis 15 Liter je Reinigungs-Vorgang gegenüber 200 bis 400 Liter Rückspülwasser beim Sandfilter), was den Kartuschenfilter in trockenheits-sensiblen Regionen attraktiv macht.
Vorteile und Grenzen im Vergleich
Stärken
Kompakte Bauweise, niedriges Gewicht, kein Mehrwege-Ventil, geringer Wasserverbrauch beim Reinigen, einfache Montage auch in beengten Technikbereichen, gute Filterfeinheit pro Filterfläche, ideal für saisonale Aufstellbecken und Whirlpools, Anschaffungspreis im Privatpool-Vergleich niedrig.
Grenzen
Laufende Kartuschen-Kosten von 40 bis 120 Euro je Tausch, je nach Modell mehrere Tauschzyklen pro Saison; nicht rückspülbar, daher kein Reinigungs-Selbstgang; bei hoher Badebelastung schnelle Verstopfung; bei Pools über 20 m³ regelmäßig zu klein dimensioniert und wirtschaftlich unterlegen.
Ein zentraler Punkt im Vergleich zum klassischen Sandfilter oder zur Clear-Pro-Sandfilter-Variante ist die Wartungs-Mechanik. Ein Sandfilter lässt sich per Knopfdruck rückspülen, die Schmutzfracht wird automatisch ausgespült, der Filter ist nach 3 bis 5 Minuten wieder einsatzbereit. Ein Kartuschenfilter erfordert dagegen die manuelle Entnahme, Reinigung und Wieder-Einsetzung, was je nach Modell 15 bis 30 Minuten dauert. Im Wochenrhythmus betrachtet ist das ein erheblicher Mehraufwand für den Beckeneigentümer.
Auslegung nach Beckenvolumen und Badebelastung
Die Mindestumwälzleistung wird wie bei jedem Filter aus dem Beckenvolumen und der gewünschten Umwälzzeit berechnet. Für einen Whirlpool mit 1.500 Liter Volumen und einer angestrebten Umwälzzeit von 30 Minuten ergibt sich eine erforderliche Pumpenleistung von etwa 3 m³/h. Die Filterkartusche muss diese Leistung bei sauberem Zustand mit maximal 0,3 bar Druckverlust verarbeiten, sonst wird die Pumpe überlastet und der Filter verklebt zu schnell.
Für ein Aufstellbecken mit 16 m³ Wasservolumen und einer Umwälzzeit von 6 Stunden errechnet sich eine Pumpenleistung von rund 2,7 m³/h. Die Filterkartusche sollte hier mindestens 50 ft² Filterfläche (etwa 4,5 m²) haben, um eine vernünftige Standzeit zwischen den Reinigungs-Intervallen zu erreichen. Kleinere Kartuschen führen zu wöchentlicher Reinigung, größere zu monatlicher Reinigung, was den Komfort spürbar erhöht.
Bei der Pumpen-Auswahl gilt: nur wenig Reserve gegenüber dem theoretischen Wert, weil Kartuschenfilter empfindlich auf zu hohe Strömungsgeschwindigkeiten reagieren. Eine überdimensionierte Pumpe reißt feine Partikel durch die Kartuschen-Wandung, statt sie zurückzuhalten, was die effektive Filterleistung paradoxerweise verschlechtert. Bei FKB rechnen wir mit maximal 20 Prozent Reserve über dem theoretischen Mindestwert.
Für Whirlpools im halböffentlichen Bereich (Hotel-Spa, Therme) prüfen wir zusätzlich die DIN 19643 Teil 3, die spezielle Anforderungen an die Aufbereitung von Warmwasserbecken enthält. Eine zusätzliche UV-Anlage oder ein Aktivsauerstoff-System ist hier in den meisten Fällen Pflicht, weil die mechanische Filtration allein die mikrobiologische Stabilität bei 32 bis 36 Grad Wassertemperatur nicht zuverlässig gewährleistet.
Reinigung, Tausch und Lebensdauer
Die Reinigungs-Frequenz hängt direkt von der Badebelastung ab. In einem privaten Whirlpool mit 2 bis 4 Nutzern pro Woche rechnen wir mit einer Reinigung im 4-Wochen-Rhythmus. In einem Familien-Aufstellbecken mit 4 bis 6 Personen und täglicher Sommer-Nutzung sind wöchentliche Reinigungen realistisch. In einem Hotel-Whirlpool mit täglich wechselnden Gästen geht die Frequenz auf täglich zurück, hier sind oft zwei Kartuschen im Wechselbetrieb sinnvoll, sodass eine Kartusche immer im Trocknungs-Lauf ist.
Die Reinigung erfolgt mit klarem Wasser (Gartenschlauch von innen nach außen durchspülen) und für hartnäckige Verschmutzungen mit einem speziellen Kartuschen-Reiniger auf alkalischer Basis. Sonnencreme- und Hautfett-Beläge lassen sich mit reinem Wasser nicht entfernen, hier ist eine Stunde Einlegezeit im Reiniger Pflicht. Nach jeder Reinigung sollte die Kartusche vollständig trocknen, weil feuchte Kartuschen Bakterien-Filme bilden können.
Die Lebensdauer einer typischen Kartusche liegt bei 12 bis 24 Monaten im Privatbetrieb. Im halböffentlichen Bereich mit hoher Belastung sinkt sie auf 6 bis 12 Monate. Anzeichen für notwendigen Tausch sind: Risse oder Beschädigungen am Vlies, nicht mehr entfernbare Verfärbungen (Schwarzpunkte aus Hautfett-Resten), oder ein dauerhaft erhöhter Strömungsdruck auch nach gründlicher Reinigung. Bei FKB halten wir Ersatzkartuschen der gängigen Pentair- und Hayward-Modelle auf Lager, sodass kurzfristiger Ersatz möglich ist.
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Fragen & Antworten: Kartuschenfilter
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Was findet man in der Kategorie Kartuschenfilter?
In der Kategorie Kartuschenfilter finden Sie Filtertechnik und Zubehör für Kartuschenfilter. Kartuschenfilter reinigen Wasser effizient und entfernen feinste Schwebeteilchen ohne Flockungsmittel. -
Welche Technik ist bei Kartuschenfilter wichtig?
Bei Kartuschenfilter kommt es vor allem auf die passende technische Auslegung an. Entscheidend sind Leistung, Anschlussmaße, Energiebedarf und die Abstimmung mit den übrigen Pool- oder Haustechnik-Komponenten. -
Welche Filtertechnik wird bei Kartuschenfilter eingesetzt?
Die Kartusche muß relativ häufig gewechselt werden und kann nicht wie Sandfilteranlagen rückgespült werden. -
Für wen ist Kartuschenfilter besonders interessant?
Geeignet ist Kartuschenfilter besonders für Poolbesitzer mit Bedarf an passender Filtertechnik. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt von Nutzung, Platzangebot, technischer Ausstattung und Budget ab.